Lindau
460 Feuerwaffen abgegeben

Ein Waffen-Arsenal hat sich im Lindauer Landratsamt angesammelt. Über 460 Schusswaffen, daneben Munition und verbotene Gegenstände, sind seit der Änderung des Waffengesetzes in der Kreisverwaltung abgegeben worden. Die Möglichkeit, sich im Rahmen der Amnestie straffrei von illegalen Waffen zu trennen, besteht noch bis 31. Dezember.

Nach dem Amoklauf von Winnenden war das Waffenrecht verschärft worden. Verbunden damit war eine Amnestie: Wer illegale Waffen bis zum Jahresende abgibt, muss kein Strafverfahren befürchten. Davon haben Bürger im Landkreis reichlich Gebrauch gemacht. 460 Waffen sind im Landratsamt abgegeben worden - Pistolen, Revolver, Gewehre, teilweise noch aus der Zeit des I. und II. Weltkrieges. 95 Prozent davon waren funktionstüchtig, schätzt Josef Meyer, Leiter des Sachgebietes Öffentliche Sicherheit und Ordnung. «In der einen oder anderen Waffe war noch eine Kugel».

Nur ein kleiner Teil der 460 abgegebenen Waffen war aber illegal im Besitz der Bürger, nämlich 73, teilweise handelte es sich dabei auch um Umbauten, schildert Meyer. Die abgegebenen Waffen werden in einem gut gesicherten Tresor gesammelt, bis sie zum Landeskriminalamt nach München gebracht werden. Dort werden die Waffen gesichtet, zerlegt und anschließend entsorgt.

Teils trennten sich Sammler von ihren Waffen, weil sie das Interesse daran verloren haben, teils waren es ältere Leute, deren Partner gestorben ist und die die Waffe los haben wollten, beschreibt Meyer, Motive, warum die Bürger sich von ihren Gewehren und Pistolen getrennt haben. Meistens aber war die gesetzlich geforderte Aufbewahrung in einem Waffenschrank mit klassifizierter Sicherheitsstufe Grund für die Abgabe. Dessen Anschaffungskosten «übersteigen den Wert der Waffe oft deutlich», erklärt das Landratsamt. 250 Euro aufwärts kostet ein solcher Schrank.

Das Landratsamt hatte im Zuge des neuen Gesetzes alle bekannten Waffenbesitzer im Landkreis angeschrieben und sie auf die neuen Regelungen aufmerksam gemacht. Mit Erfolg: 70 Prozent der Bürger, die legal eine Waffe besitzen, haben angekündigt, jetzt einen Waffenschrank zu kaufen, obwohl sie den eigentlich seit einigen Jahren bereits besitzen müssten.

Wer meint, über die Amnestie eine Waffe entsorgen zu können, die bei einem Verbrechen benutzt wurde, täuscht im übrigen: Das Landeskriminalamt prüft jede abgegebene Waffe und gleicht sie auch mit der Fahndungsliste ab. Im Landkreis Lindau, berichtet das Landratsamt, hat es aber bisher noch keine Auffälligkeiten gegeben.

Waffenamnestie Noch bis zum Jahresende können illegale Waffen straffrei beim Landratsamt abgegeben werden. Wenn Besitzer keine Möglichkeit haben, persönlich zur Behörde zu kommen, holen Mitarbeiter die Waffen nach telefonischer Vereinbarung auch vor Ort ab.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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