4:6-Pleite des ESV Buchloe gegen den EHC Nürnberg

ESV verpatzt den Freitag - da fließen sogar Tränen Buchloe (km). Hochdramatisch verlief der Freitagabend in der Buchloer Eishalle: Durch ein Wechselbad der Gefühle mussten die weit über 500 Fans der Buchloer 'Pirates' mit ihrer Mannschaft. Am Ende einer Klassepartie auf Bayernliga-Niveau stand das Team von Trainer Norbert Zabel nach der 4:6-Niederlage (1:3, 1:1, 2:2) gegen den starken EHC 80 Nürnberg allerdings mit leeren Händen da. Damit sind die Chancen auf den Gruppensieg in der Playoff-Runde zur Eishockey-Bayernliga fast auf den Nullpunkt gesunken.

Nach der Schlusssirene des dramatischen Krimis war die Enttäuschung bei Mannschaft und 'Pirates'-Anhängern riesengroß. Hier und da flossen Tränen angesichts der vergebenen Chance, dieses eigentlich schon fast verloren geglaubte Spiel im Endspurt doch noch zu gewinnen. 'Insgesamt geht das Ergebnis schon in Ordnung. Es ist trotzdem fast schon tragisch, wie die Entscheidung zustande kam. Verloren haben wir das Spiel für mich aber eigentlich schon im ersten Drittel', fasste Trainer Zabel die 60 nervenaufreibenden Spielminuten kurz und prägnant zusammen.

Seine Mannschaft war übernervös und fast ängstlich in dieses vorentscheidende Spiel um den Gruppensieg gestartet. Allerdings präsentierte sich der Gegner auch als äußerst lauf- und spielstark. Besonders das kompromisslose Forechecking der Gäste machte den 'Pirates' zu schaffen. Das frühe Führungstor der Franken durch Anton Marsall (90 Sekunden) war auch nicht dazu angetan, mehr Ruhe in das Buchloer Spiel zu bringen.

Aus gleich drei Überzahlsituationen in der Anfangsphase konnten die Hausherren kein Kapital schlagen. Besser machten es dann die '80er'. Mit einem Mann mehr auf dem Eis sorgte Jakub Wiecki mit einem knackigen Schuss unter die Torlatte für das 2:0 der Gäste (16.). Nur 30 Sekunden später setzte sich ESV-Angreifer Christian Warkus mit einer feinen Einzelleistung durch und sorgte mit dem 1:2-Anschlusstreffer wieder für Hoffnung. Die Antwort des EHC ließ allerdings nicht lange auf sich warten: Noch vor der ersten Pause stellte Björn Reiser völlig verdient den alten Abstand wieder her (19.).

Ausgesprochen flott starteten beide Teams in den Mittelabschnitt. Basti Simmler und auch Lasse Jämsen, der sich im ersten Abschnitt selten in Szene setzen konnte, vergaben aber in aussichtsreicher Position vor dem Nürnberger Tor. Für die nächste kalte Dusche war Patrick Schmid verantwortlich, der im Nachschuss das 1:4 erzielte (32.). Von nun an stemmten sich die Buchloer vehement gegen die drohende Niederlage - und Jämsen vollstreckte mit einem Schuss in den Torwinkel zum 2:4 (34.)

Turbulentes letztes Drittel

Das turbulente letzte Drittel wird den Zuschauern wohl noch lange in Erinnerung bleiben. Die 'Pirates' wurden nun immer stärker und glichen mit einem Doppelschlag innerhalb von nicht einmal 40 Sekunden aus. Zuerst schoss Mathias Hitzelberger nach einem Angriff über Jämsen zum 3:4 ein (51.). Sogar mit einem Mann weniger auf dem Eis schnappte sich Peter Klemm plötzlich die Scheibe. Nach seinem Sturmlauf über die halbe Eisfläche hämmerte er die Scheibe spektakulär ins Nürnberger Netz (52.).

Die Eishalle stand Kopf, die Zuschauer trieben ihre Mannschaft frenetisch nach vorne. Die Riesenchance auf den Sieg bot sich nur wenig später, als gleich zwei Nürnberger auf der Strafbank Platz nehmen mussten. Jämsen sollte nun zur tragischen Figur werden.

Der ESV agierte mit zwei Spielern mehr zu umständlich und schließlich unterlief ausgerechnet dem Finnen ein folgenschwerer Scheibenverlust. EHC-Stürmer Anton Marsall schnappte sich die Scheibe und war nur noch durch ein Foul am Torschuss zu hindern. Den fälligen Penalty verwandelte Marsall, der überragende Spieler an diesem Abend, gekonnt, wenn auch mit etwas Glück, zur erneuten Gästeführung (56.). Die Zabel-Truppe versuchte noch einmal alles und nahm Torhüter Warkus zugunsten eines zusätzlichen Feldspielers vom Eis. Nun war auch noch Fortuna auf Seiten der Gäste, denn Christian Warkus traf sogar noch einmal den Nürnberger Torpfosten, bevor Hannes Körber mit dem 6:4 ins leere Buchloer Tor für den Endstand nach einem denkwürdigen Eishockeyspiel sorgte.

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