Gericht
42-Jähriger aus Kaufbeuren bereut Ausraster und kommt mit Bewährung davon

Er war vielfach vorbestraft und hatte nach eigenen Schätzungen schon rund zehn Jahre seines Lebens im Gefängnis verbracht. Dies hielt einen 42-jährigen Kaufbeurer im Mai dieses Jahres aber nicht davon ab, in einer Hütte bei Pforzen in eine Party zu platzen, mit Bier herumzuspritzen und eine Frau zu beleidigen. Anschließend zog er einen anderen Partygast zu Boden und versetzte dem Mann zwei Tritte ins Gesicht. Das Opfer erlitt Blutergüsse und Prellungen.

Dass dem reuigen Angreifer jetzt im Strafverfahren vor dem Amtsgericht die zehnmonatige Freiheitsstrafe wegen gefährlicher Körperverletzung und Beleidigung noch zur Bewährung ausgesetzt wurde, begründete der Richter mit positiven Tendenzen im Leben des Angeklagten: Der 42-Jährige hat vor einigen Wochen eine Alkohol-Langzeittherapie begonnen und will künftig 'abstinent sein und keine Straftaten mehr begehen'.

Die Bewährungszeit wurde im Urteil auf fünf Jahre und damit auf die höchstmögliche Dauer festgesetzt. Als Bewährungsauflage muss der Angeklagte 120 soziale Arbeitsstunden ableisten. Der Staatsanwalt hatte elf Monate ohne Bewährung beantragt. Auch der Vorsitzende verwies in der Urteilsbegründung darauf, dass die Entscheidung ohne Weiteres auf eine Haftstrafe hinauslaufen hätte können.

Die Bewährung sei 'eher als ein Geschenk' zu betrachten.

Warum der Angeklagte seinerzeit auf der Party aufgetaucht und sofort derart ausgerastet war, ließ sich vor Gericht nicht eindeutig klären. Ziel seiner Aggressionen war zunächst eine 55-jährige Kaufbeurerin, von der er nach eigenen Angaben annahm, dass sie bei seiner Ehefrau gegen ihn 'gehetzt' habe. Er bespritzte die Frau, die damals offenbar als Einzige der Anwesenden nüchtern war, mit Bier und beleidigte sie massiv.

Als ihn daraufhin ein 50-jähriger Partygast zur Ordnung rufen wollte, zog er diesen von der Bank und trat zu. Der Angeklagte sprach zwar davon, dass er über den Geschädigten nur 'drübergefallen' sei. Die Zeugen schilderten aber eindeutig Fußtritte.

Der Staatsanwalt machte dem Angeklagten mit Nachdruck klar, wie gefährlich sein Vorgehen war und welche Folgen es hätte haben können: 'Das kann zur Hirnblutung und bis hin zum Tod führen.' Der Geschädigte selbst hatte den Vorfall seinerzeit offenbar als nicht allzu gravierend eingeschätzt und keine Anzeige erstatten wollen.

Ein Polizeibeamter, der damals im Einsatz war, hatte den 50-Jährigen jetzt als 'aggressiv und in keinster Weise kooperativ' in Erinnerung. Auch sei er, wie fast alle Anwesenden, deutlich alkoholisiert gewesen. Auf Vernehmungen vor Ort musste laut einem Aktenvermerk vom fraglichen Abend, 'aufgrund astronomischer Alkoholwerte und aggressiver Stimmung verzichtet werden.'

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