Jungholz
40 neue Helfer für Frau Holle

40 neue Schneekanonen sollen das Skigebiet der Tiroler Exklave Jungholz nahe Wertach (Oberallgäu) schneesicherer machen. 3,5 Millionen Euro hat die dortige Skilift-Gesellschaft in die neue Anlage investiert.

Mitte der 90er Jahre war Jungholz eines der ersten Skigebiete mit einer weitgehend flächendeckenden Beschneiung. Inzwischen sind die Anlagen in die Jahre gekommen, neue Schneekanonen sind leistungsfähiger und benötigen weniger Energie.

«Vor allem aber sind neue Schneemaschinen viel leiser», sagt der Jungholzer Skilift-Geschäftsführer Hans Hatt, der das Unternehmen seit über 30 Jahren führt.

Neuer Speicherteich

Um die Beschneiung leistungsfähiger zu machen, musste in Jungholz zum bestehenden Wasser-Speicherteich ein weit größerer mit 60000 Kubikmetern Fassungsvermögen gebaut werden. Beide sind über eine unterirdische, mehrere hundert Meter lange Leitung miteinander verbunden.

Zwei Pumpstationen gewährleisten den Transport des für die Beschneiung benötigten Wassers, das in einem Kühlturm auf eine optimale Beschneiungs-Temperatur von knapp über null Grad abgekühlt wird.

Ohne chemische Zusätze

Ohne Einsatz von irgendwelchen chemischen Zusätzen könne nun bei Temperaturen ab etwa minus drei Grad das ganze Wintersportgebiet in 70 Stunden eingeschneit werden, erläutert Hatt. 50 Stunden reichten, um zumindest einen eingeschränkten Skibetrieb sicherzustellen. Die neue Anlage verbrauche weniger Energie als die alten Schneekanonen, die nach Osteuropa verkauft wurden.

Nach den österreichischen Vorschriften darf für die Beschneiung nur speziell aufbereitetes Wasser verwendet werden, das Trinkwasserqualität besitzt. Dafür wird jeder Liter für die Schneeproduktion in Jungholz UV-behandelt.

«Es geht uns nicht um eine Saisonverlängerung im Frühjahr, sondern um einen möglichst zuverlässigen Start in die Saison im Frühwinter und Schneesicherheit in den folgenden Monaten», betont Hatt. Frühestens in Betrieb gehen dürfen die Schneekanonen laut Genehmigungsbescheid am 1. November.

Und wenn die neuen Helfer von Frau Holle im kommenden Winter laufen, dann sei das dank neuester Technik auf jeden Fall viel leiser als bisher, ist sich Hatt sicher. Vielerorts im Allgäu hatte es immer wieder Beschwerden über den Lärm durch Schneekanonen - vor allem nachts - gegeben.

Energieverbrauch wie ein Flugzeug

Und der Energieverbrauch für die neue Beschneiung? Die entspreche in einer Saison der eines Flugzeugs von Deutschland auf die Kanaren und zurück, so der Jungholzer Skilift-Chef.

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen