Herbarium
35000 Allgäuer Pflanzen gesammelt

Die Flora im Allgäu zu erforschen war für Dr. Erhard Dörr ein Lebenswerk. 52 Jahre hat er seiner Feldforschung gewidmet. Die Ergebnisse dieser Passion - rund 35000 Belege - hat er im vermutlich größten Privatherbarium Bayerns zusammengestellt. Diese Pflanzensammlung hat der am 10. April Verstorbene dem Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum in Innsbruck übergeben. Das Allgäuer Landschaftsbild reiche ja bis nach Tirol hinein, begründet Wolfgang Neuner vom Museum, warum das Herbarium seiner Meinung nach in Innsbruck gut aufgehoben ist. Denn mehrere Museen und Sammlungen haben nach seinen Worten Interesse bekundet, ihre eigenen botanischen Sammlungen mit Dörrs Werk zu ergänzen. << Ein Herbarium sollte jedoch nicht nur der Archivierung dienen >>, sagt Neuner. Weil es in der Pflanzenkunde ständig neue Erkenntnisse gebe, müsse es der wissenschaftlichen Forschung auch stets zugänglich bleiben.

Laut Neuner waren die entlegenen Gebiete Tirols, die Dörr systematisch erforschte, seinerzeit noch wenig erschlossen. Dort gelangen ihm auch zahlreiche Erstnachweise seltener Arten. Beispielsweise der Dracocephalum ruyschiana im Hornbachtal, einer gefährdeten Pflanzenart aus der Gattung der Drachenköpfe.

Mit Belegen von gebietsfremden Blütepflanzen, sogenannten Neophyten, dokumentierte Dörr auch deren Auftreten im Allgäu.

Seine Kartierungs- und Sammelarbeit war von mehreren Publikationen begleitet. Darin veröffentlichte Dörr laufende Forschungsergebnisse. Zu diesen Veröffentlichungen zählen etwa die << Flora des Allgäus >>, die in 16 Folgen in den Berichten der Bayerischen Botanischen Gesellschaft veröffentlicht wurde. Zwei Bände Dörrs gelten mittlerweile als Standardwerke. << Ohne diese Schriften kann kein Mensch Arbeiten über die Botanik im Allgäu anfertigen >>, sagt Neuner.

Für diese Werke wurde Dörr, der auch Beirat der Botanischen Gesellschaft war, unter anderem mit dem Akademiepreis 2000 der Bayerischen Akademie der Wissenschaften sowie mit dem Bundesverdienstkreuz am Band ausgezeichnet.

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