Stötten / Ostallgäu
3500 Schützen in Feierlaune

Ganz Stötten ist in Feierlaune - und viele Gäste wollen mitfeiern. Der Grund: Die Schützengesellschaft wurde vor 50 Jahren wiedergegründet und richtet aus diesem Anlass das Gauschützenfest des Sportschützengaues Kaufbeuren-Marktoberdorf aus. Nach Abschluss des sportlichen Teils folgt nun der gesellschaftliche mit viel Musik und nicht zuletzt mit dem großen Festzug.

Für Gauschützenmeister Richard Sirch ist das Fest ein Heimspiel. Denn er ist zugleich Vorsitzender der Schützengesellschaft. Und wenn er «gesellige Stunden im Kreise unserer großen Schützenfamilie am Fuße des Auerbergs» ankündigt, dann verspricht er nicht zu viel.

Nach 1961 und 1992 trägt die SG Stötten zum dritten Mal das Gauschießen aus. Gegründet wurde der Schützenverein am 28. Oktober 1893 von 13 Bürgern. Geschossen wurde bereits früher, allerdings fehlen darüber Aufzeichnungen. An jedem Samstag trafen sich die Mitglieder in der Wirtschaft von Theodor Rappold in gemütlicher Runde.

Während des Ersten Weltkriegs ruhte der Betrieb. 1919 wurde der Verein neu gegründet. Das Eintrittsgeld betrug 2 Mark, die monatliche Auflage 30 Pfennig. «Von jedem Mitglied wird erwartet, dass es, wenn irgend möglich, ziemlich oft erscheint, was im Interesse des Vereins gelegen ist», hieß es damals.

1923 verzeichnet das Schießbuch nur 17 der ursprünglich 47 «alten» Mitglieder. Offenbar hatten sie sich zerstritten. So folgt 1932 eine außerordentliche Versammlung, in der über das Weiterbestehen des Vereins beraten wurde. Danach fanden noch fünf Schießabende statt, ehe der Verein aufgrund der politischen Verhältnisse 1933 aufgelöst wurde.

In den Nachkriegsjahren wurde der Schießsport sowohl im TSV Stötten als auch im örtlichen Trachtenverein betrieben. 1959 schlossen sich beide Abteilungen im Gasthaus «Zur Post» zu einem Verein, der Schützengesellschaft, zusammen.

Als das Vereinslokal Rappold schloss, zog der Verein ins Gasthaus «Zur Post» um, später - 1975 - in die neu erbaute Mehrzweckhalle. Der Kauf des früheren Gasthauses «Zur Post» durch die Gemeinde im Jahr 1994 bedeutete einen weiteren Meilenstein in der Geschichte. Nach dem von Experten und Geldgebern als vorbildlich eingestuften Umbau bezogen Schützen und Musikkapelle im November 2000 ihr neues Quartier. Im Jubiläumsjahr zählt der Verein 260 Mitglieder.

Inthronisation der Gaukönige

Die «Post» war einer der drei Austragungsorte für das gauinterne Schießen. 1000 Teilnehmer hatte sich Sirch zum Ziel gesetzt, am Ende waren es 1406. Sie wetteiferten um Preise im Gesamtwert von rund 10000 Euro und um die begehrten Ketten des Gauschützenkönigs und des Gaujugendkönigs.

Nach dem Auftakt am Donnerstag, 11. Juni, mit einem «Fest für alle» im Festzelt an der Raiffeisenbank (siehe Infokasten) erfolgt am Freitag die Bekanntgabe, wer die Nachfolge von Gerhard Bechteler (ZSG Biessenhofen) und Stefan Jocham (Edelweiß Thalhofen) antritt.

Höhepunkt ist am Sonntag, 14. Juni, der Festzug. Dazu werden wieder rund 3500 Schützen erwartet. Sie werden von zehn Festwagen und rund 20 Musikkapellen begleitet.

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