Geschwindigkeitskontrolle
24-Stunden-Messungen: Daten und Fakten zum Blitzer-Anhänger der Polizei

Auch auf der B19 bei Sonthofen stand der Blitzer schon.
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  • Auch auf der B19 bei Sonthofen stand der Blitzer schon.
  • Foto: Benjamin Liss
  • hochgeladen von Benjamin Liss

Viele kennen ihn und haben auch schon ein Andenken per Post nach Hause bekommen. Das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West setzt seit einiger Zeit, auch im Allgäu, einen sogenannten "Blitzer-Anhänger" ein. Das Tückische ist, der Anhänger kann Tag für Tag, Stunde für Stunde umgestellt werden und die meisten Autofahrer merken es erst dann, wenn es schon rot geblitzt hat. Doch immer wieder kommt es auch vor, dass der Anhänger mit Graffitis besprüht wird, aber darauf ist die Polizei vorbereitet. all-in.de hat bei dem Pressesprecher des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West Dominic Geißler nachgefragt. 
 
Wie funktioniert der Blitzer-Anhänger?
Dominic Geißler: In dem Enforcement-Trailer, einer teilstationären Geschwindigkeitsmessanlage, ist ein Messgerät der Fa. Vitronic verbaut. Dieses Messgerät, das FM1, misst die Geschwindigkeit mittels Lasermessverfahren.

Wie misst der Blitzer?
Dominic Geißler:  Die Anlage ist mehrzielfähig. Die Messungen erfolgen auf Basis einer Laserpuls-Laufzeitmessung, die Dokumentation der zum Messwert zugehörigen Verkehrssituation mit einem aus zwei Digitalkameras bestehenden Fotosystem. Die Anlage verfolgt alle Fahrzeuge, die sich im betreffenden Straßenbereich befinden und ordnet festgestellte Geschwindigkeitsverstöße dem entsprechenden Fahrzeug zu. Nur nach Feststellung eines Verstoßes löst die digitale Fotokamera aus und fertigt Bilder, auf denen das Fahrzeug mit Fahrer und Kennzeichen erkennbar ist.

Auch auf der B19 bei Sonthofen stand der Blitzer schon.
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Warum genau ein Blitzer auf einem Anhänger und was sind die Vorteile?
Dominic Geißler:  Die Messung mittels einer teilstationären Anlage hat den Vorteil, dass quasi Tag und Nacht an Gefahrenstellen oder Unfallschwerpunkten die zulässige Geschwindigkeit überwacht werden kann. Der Enforcement-Trailer ist ein ideales Hilfsgerät sowohl bei schwierigen Messstellen wie einer Autobahnbaustelle (Sicherheitsgedanke für Messpersonal), aber auch bei "Rund-um-die-Uhr"-Messungen, was ansonsten nur mit hohem Personalaufwand zu betreiben wäre.

Wie werden die Fotos übertragen?
Dominic Geißler:  Die Bilder werden zunächst im Messgerät gespeichert und dann regelmäßig auf andere Datenträger überspielt. Die Datenträger werden dann an die auswertende Stelle weitergegeben.

Auch auf der B19 bei Sonthofen stand der Blitzer schon.
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Der Anhänger wurde schon des Öfteren beschmiert, war aber zwei Tage später schon wieder im Einsatz. Wie kommt es dazu?
Dominic Geißler:  Im Regelfall können die Schmierereien durch die polizeieigene Werkstatt zeitnah entfernt werden. Das Beschmieren des Trailers kann Straftatbestände erfüllen. In jedem Fall leitet die Polizei ein Ermittlungsverfahren ein. Ein Vergehen der Sachbeschädigung durch Graffiti kann mit Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren bestraft werden.

Wie effektiv ist ein Blitzer-Anhänger?
Dominic Geißler:  Da der Enforcement-Trailer als Messgerät deutlich erkennbar ist, wirkt er sich sehr positiv auf das Fahrverhalten aller Verkehrsteilnehmer aus, da hier das Bewusstsein für die gefahrene Geschwindigkeit in den Vordergrund tritt. Dies zeigt sich deutlich bei den täglich festgestellten Verstößen. Hier nimmt im Regelfall die Anzahl der Übertretungen mit zunehmender Dauer der Messung deutlich ab.

Was war bisher der Spitzenreiter, der mit diesem Gerät gemessen wurde?
Dominic Geißler:  Ein eindeutiger Spitzenreiter kann aufgrund der unterschiedlichen Messörtlichkeiten so nicht benannt werden. Allerdings sind hier mehrfach Überschreitungen um bis zu 80 km/h festgestellt worden. Technisch wäre die Messung auch noch bei Geschwindigkeiten jenseits von 300 km/h möglich.

Unbekannter beschädigt Blitzer-Anhänger in Rettenberg
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