2000 Unterschriften gegen Gentechnik gesammelt

Oberallgäu/Kempten | lm | «2000 Unterschriften gegen den Einsatz von Agro-Gentechnik in der Region überreichte Gerhard Gehring vom Naturschutzreferat im Landratsamt an die Vertreter des BBV, Alfred Enderle und Elisabeth Koch.

Gehring erinnerte an die Allgäuer Festwoche, bei der rund 10 000 Flyer verteilt worden seien. «Die Verbraucher sind für dieses Thema sensibilisiert», bestätigte auch Karin Agerer vom Arbeitskreis Gentechnik beim Bioring Allgäu. Wie berichtet, kämpft im Allgäu eine Koalition aus BBV, Bioring Allgäu und den Landkreisen Oberallgäu, Lindau und Ostallgäu für die Durchsetzung einer gentechnikfreien Zone.

Die Gegner nennen nicht nur ökologische, ökonomische und gesundheitliche Risiken als Folge des Einsatzes der Gentechnik. Sie sehen auch Chancen in der Gründung einer «gentechnikfreien Zone Allgäu», in der ein Großteil der Landwirte auf Gentechnik-Pflanzen im Tierfutter verzichtet.

«Für die Bewahrung und Weiterentwicklung unserer Region sind die Standortvorteile einer gentechnikfreien Landwirtschaft unabdingbar», betonte der Oberallgäuer Landrat Gebhard Kaiser, der die Kampagne forciert und am Landratsamt die Koordinationsstelle der «Regio Allgäu» installiert hat. Derzeit laufe für die «Gentechnikfreie Anbauregion Allgäu» auch ein Projekt mit dem Leitziel, den Reichtum des Kultur- und Landschaftsraumes zu bewahren.

Dass es eine Nachfrage für gentechnikfrei produzierte Milchprodukte gibt, versichert Hubert Dennenmoser, Geschäftsführer des Allgäuer Emmentalerwerks in Kimratshofen - aber: «Man kann erst vermarkten, wenn von Bauernseite ein Angebot da ist.»

Rund 60 Prozent der Allgäuer Landwirte hätten eine Erklärung unterschrieben, in der sie sich verpflichten, auf Gentechnik-Futtermittel zu verzichten, berichtete BBV-Kreisobmann Alfred Enderle. Stellvertretende Kreisbäuerin Elisabeth Koch ergänzt: «Alle Allgäuer Bauern, egal ob konventionell oder biologisch wirtschaftend, sollten sowohl im Anbau als auch in der Fütterung auf gentechnisch veränderte Pflanzen verzichten.»

Um eine «gentechnikfreie Region Allgäu» zu gründen, müssten 70 Prozent der Bauern unterschreiben, nur zehn Prozent mehr als bisher. Koch und Enderle forderten die BBV-Ortsvorsitzenden auf, das Thema bei den Herbstversammlungen noch einmal neu zu diskutieren.

Weiter Informationen beim Verein Regio Allgäu, Geschäftsstelle beim Landratsamt Oberallgäu, Sonthofen, Telefon 08321/6120, Fax: 08321/612369 oder im Internet unter der Adresse:

www.gentechnikfreie-regionen.de

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