Lawinengefahr
20 Menschen sitzen in der Schwarzwasserhütte im Kleinwalsertal fest

Eigentlich wollten sie am vergangenen Sonntag aus dem tief verschneiten Kleinwalsertal abreisen, um zu ihren Familien in ganz Deutschland zurückzukehren oder um am Montag wieder an ihrem Arbeitsplatz zu erscheinen. Doch in der Schwarzwasserhütte auf 1620 Meter Höhe sitzen 20 Männer, Frauen und Kinder fest, weil die Schneemassen den Fußweg zurück ins Tal unmöglich machen und die Gefahr allzu groß ist, von einer Lawine verschüttet zu werden.

Die beiden Gruppen, die eine Woche lang an einem Schneeschuh-Wanderkurs der Alpenvereins-Sektion Schwaben (Stuttgart) teilgenommen haben, hoffen auf heute, Mittwoch. Wenn an diesem Tag die schon für gestern vorgesehenen vorsorglichen Lawinensprengungen im Kleinwalsertal und im nahegelegenen Oberstdorf per Hubschrauber möglich sein sollten, wollen auch die an der Berghütte Eingeschlossenen weg von der weißen Einöde im Walser Seitental zwischen Walmendingerhorn und Hohem Ifen.

Hüttenwirtin Petra Zwischenbrugger, die zusammen mit ihrem Vater Peter Zwischenbrugger die Berghütte mit ihren 43 Betten auch im Winter betreibt, hat nach eigener Aussage noch genug Verpflegung da, ebenso Trinkwasser. Nur frische Produkte gehen zur Neige. So könnten die Eingeschlossenen eigentlich noch ausharren.

Aber die Hüttenwirtin hat schon bemerkt, dass die Geduld der in der Hütte untergekommenen Kursteilnehmer strapaziert ist. Dies bestätigt Baldo Bazzaglia als einer der Gruppenleiter. Der Bergführer des DAV-Lehrteams nutzte die Zeit, um die bereits alpin geschulten Teilnehmer noch besser mit Lawinenkunde vertraut zu machen und mit Lawinensuchgeräten umzugehen. Am besten hielten es die drei Kinder aus, sagt Bazzaglia.

Alexander Ritsch baut als Obmann der Lawinenkommission Kleinwalsertal darauf, dass wenigstens heute die Lawinensprengungen vom Hubschrauber aus vorgenommen werden können, die schon für Dienstag in Aussicht standen. Doch die niedrig hängende Wolkendecke und weiterer Schneefall ließen einen Start des Helikopters nicht zu.

Auch in den noch immer gesperrten Seitentälern Oberstdorf, etwa nach Gerstruben und Einödsbach, ins Oytal und nach Ringang, hofft man, dass die wegen der hohen Lawinengefahr veranlassten Sperrungen zu Einzelhöfen und Berggasthäusern im Lauf des Mittwochs aufgehoben werden können.

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