Theater
20 Jahre Geierwally Freilichtbühne

In diesem Sommer wird auf der Geierwally Freilichtbühne, die ihr 20-jähriges Bestehen feiert, Felix Mitterers Drama 'Die Geierwally' unter der Regie von Thomas Gassner und der künstlerischen Leitung von Bernhard Wolf aufgeführt.

Bühne und Stück sind eng miteinander verknüpft – darauf deutet schon ihr gemeinsamer Name hin – ebenso eng verknüpft wie auch die Geschichte der Geierwally mit der Ortschaft Elbigenalp. Neben Joseph Anton Koch zählt Anna Stainer-Knittel nämlich zu den bekanntesten historischen Persönlichkeiten der Region. Es sind ihr Mut und ihr Tatendrang, der sie bis weit über die deutschsprachigen Grenzen hinaus bekannt gemacht haben.

Der jungen Künstlerin wurde mit Wilhelmine von Hillerns Roman 'Die Geierwally' ein Denkmal gesetzt, das einen mythischen Schleier über die Geschichte Anna Stainer-Knittels gelegt hat. Hat die junge Anna Knittel den Adlerhorst ausgehoben oder war es Walburga Stromminger? Welche der beiden war Künstlerin und studierte an der Münchner Akademie, zu einer Zeit, in der nicht nur den Frauen, sondern dem ganzen Bauernstand der Zugang zu Bildung untersagt worden ist?

Tatsächlich überschneiden sich Dichtung und Wahrheit an markanten Stellen. Historische Fakten spielen jedoch eine untergeordnete Rolle, wenn es um Aufbruch, Veränderung, Gleichstellung und Verselbstständigung geht. Hier verschmelzen Anna Stainer-Knittel und Walburga Stromminger zu einer Einheit, die für mehr steht als nur eine Biografie.

Um diese Verklärung zu erzielen, bediente sich sowohl von Hillern als auch Felix Mitterer am mythischen Repertoire der Alpen. Wohlgesinnte Berggeister, die Saligen, und vernunftbegabte Tiere, ein zutraulicher Adler (den man im Volksmund abwertend als Geier zu bezeichnen pflegte) bevölkern die literarischen Bearbeitungen und heben den überzeitlichen Charakter des Stückes hervor.

Eine Rolle, in die man erst einmal hineinwachsen muss

Claudia Lang, Gründungsmitglied der Geierwally Freilichtbühne und langjährige künstlerische Leiterin, verkörperte als erste und einzige, in den Jahren 1992 und 1993 und erneut beim 10-jährigen Jubiläum in den Jahren 2002/2003, die Rolle der Geierwally.

Heuer legt erstmals eine Andere das Kostüm an, doch auch sie ist kein unbekanntes Gesicht auf der Bühne. Theresa Perl überzeugte bereits in den Stücken Die Lawine 2009, Eine Handvoll Heimat und Sturm in den Bergen 2011 das Theaterpublikum. Als Geierwally hat sie zwar kein geringes Erbe anzutreten, die junge Holzgauerin bewies jedoch bereits in ihren bisherigen Rollen schauspielerische Überzeugungskraft und Bühnensicherheit.

Die Premiere ist am Samstag, 6. Juli. Das Stück 'Die Geierwally' wird danach immer von Freitag bis Sonntag um 20.30 Uhr aufgeführt. Letzter Termin ist der 31. August. Karten gibt es beim Tourismusverband Lechtal und unter www.geierwally.at.

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