Marktoberdorf / Ostallgäu
20 Busse ersetzen die Züge

Bahnpendler kommen im Ostallgäu nicht in ruhige Geleise: Kaum sind am Sonntag die Bauarbeiten zwischen Augsburg und Buchloe abgeschlossen, lässt die Deutsche Bahn (DB) weitere Gleise erneuern. Bis 17. Mai wird zwischen Kaufbeuren und Füssen gebaut. Deshalb fährt die so genannte König-Ludwig-Bahn nicht. «Es stehen genug Ersatzbusse bereit», heißt es zwar bei der DB und dem mit dem Schienenersatzverkehr beauftragten Busunternehmen RVA in Füssen. Schulen klagen aber über «fehlende Infos».

Konkret werden die Gleise zwischen Biessenhofen und Marktoberdorf, am Bahnhof Marktoberdorf sowie zwischen Lengenwang-Weizern und Hopferau erneuert. Das bedeutet, dass auf der kompletten Strecke zwischen Kaufbeuren und Füssen in den nächsten zwei Wochen nur Busse verkehren. Der erste aus dem Fahrplan gestrichene Zug ist derjenige, der am Sonntag, 3. Mai, normalerweise ab 22.53 Uhr von Kaufbeuren nach Füssen fährt.

Während der Bauarbeiten will die RVA zu den «Spitzenzeiten» früh und mittags gleichzeitig bis zu 20 Busse einsetzen, damit kein Ostallgäuer Fahrschüler «vergessen» wird. Bis zu zwölf Busse sind zudem für die Strecke Kaufbeuren/Kempten eingeplant, wo die Bahn ebenfalls baut. Es sollte nichts schiefgehen, heißt es bei der RVA. Grundlage für die Zahl der Ersatzbusse seien die «relativ zuverlässigen» Fahrgastzählungen der Bahn.

Fahrzeit verlängert sich

Durch den Schienenersatzverkehr verlängert sich die Fahrzeit generell um knapp 30 Minuten. Die Ersatzfahrpläne liegen laut Bahn-Pressestelle unter anderem an den Ostallgäuer Bahnhöfen als «Handzettel» aus (siehe Kasten), durch Plakate werde auf die Bauarbeiten hingewiesen. Wer in den nächsten 14 Tagen Ersatzbus fahren will, muss zumindest am Bahnhof Marktoberdorf aber genauer hinschauen: Am Bahnsteig findet sich kein Hinweis; die «Handzettel» gibt es dort im Kiosk (Mixis); im benachbarten «Warteraum» hängt ein kleines Plakat.

Beunruhigt sieht Susanne Jehl, stellvertretende Leiterin des Gymnasiums Marktoberdorf, den Bauarbeiten entgegen. «Schon in den letzten zwei Wochen kamen Fahrschüler wegen der Bauarbeiten rund um Buchloe eine halbe Stunde zu spät zum Unterricht», sagt sie. Von den nun anstehenden Arbeiten seien «noch wesentlich mehr» Schüler betroffen. Einen «Supergau» befürchtet Jehl gar für Freitag, 8. Mai: Während die Abiturienten an diesem Tag allesamt beim schriftlichen Grundkursabi schwitzen, wollte der Rest der Schule zu einem «Kulturwandertag» ausschwärmen: Gut 400 Schüler sollten per Bahn nach München oder Augsburg fahren.

Überrascht zeigten sich Jehl und Willi Fuchs, Schulleiter der Realschule Marktoberdorf, zudem davon, dass die Schulen offenbar nicht über die Bauarbeiten informiert wurden. «Als Schule sind wir ein Hauptpartner der Bahn, da finde ich es ärgerlich, dass man uns nicht benachrichtigt», empört sich Susanne Jehl. «Die Information läuft in solchen Fällen über die Landratsämter», sagt dazu ein Bahn-Sprecher.

Bei der Gleiserneuerung wird laut der damit beauftragten Berliner Firma Europool rund um die Uhr gearbeitet, «kurze Lärmbelästigungen» sind laut Projektleiterin Franziska Mühle nicht ausgeschlossen. Zwischen Lengenwang und Hopferau werden auch Bahnübergänge und «Entwässerungsanlage» erneuert.

Sperrung: Während der Bauarbeiten ist laut Polizei der Marktoberdorfer Bahnhof-Kreisel auch für den Autoverkehr gesperrt. Die Umleitung ist ausgeschildert.

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