Oberallgäu / Kempten
19 Antennen für Digitalfunk im Oberallgäu geplant

«In Tirol funkt die Feuerwehr in jedem kleinen Dorf digital,» sagt Norbert Gebhard, zweiter Bürgermeister aus Wertach und dortiger Feuerwehrkommandant. Bayern hinke dieser Technik für den Rettungsdienst und seinen Möglichkeiten hinterher, hob er bei der Kreisverbandsversammlung der Oberallgäuer Bürgermeister in Kempten hervor. Jetzt sollen allerdings Taten folgen. 19 Antennenanlagen für Kempten und das Oberallgäu sind geplant, so Peter Forstmaier (TÜV Rheinland) für die Projektgruppe DigiNet des bayerischen Innenministeriums.

Allerdings sehen die Bürgermeister damit auch jede Menge Probleme auf sich zukommen. «Digitalfunk ist ein Reizthema in der Bevölkerung», sagte Anton Klotz, Kreisverbandsvorsitzender der Oberallgäuer Bürgermeister über dieses besondere Funknetz, das der Staat einführt. Und zwar als «Netz für die öffentliche Sicherheit», wie Roland Radler vom Innenministerium betonte. Gerade deswegen haben die Rathauschefs keine Lust, sich «fürs Ministerium schlagen zu lassen», wie Laubens Bürgermeister Berthold Ziegler überspitzt formulierte. «Reden wir doch nicht um den heißen Brei herum,» unterstützte ihn Heribert Kammel (Altusried). «Das Ministerium muss der Bevölkerung den Aufbau des Funknetzes erläutern. Da darf man nicht den Gemeinden die Verantwortung der Information aufbürden.»

Überhaupt sei es sinnvoll, zunächst kreisweit einen gemeinsamen Weg zu suchen, schlug Klotz vor. Mögliche Standorte sollen auf Kreisebene zunächst abgestimmt und mit den Bürgermeistern besprochen werden, bevor man an die Öffentlichkeit geht. «Auch die Feuerwehr soll in diese Gespräche mit eingebunden werden,» schlug Landrat Gebhard Kaiser vor. Ob das die gleiche Technik wie beim Mobilfunk ist, wollte Arno Zengerle (Wildpoldsried) wissen. Gesendet werde mit niedrigerer Frequenz (400 Megaherz), sagte der für die Standortsuche zuständige Dieter Lindinger. Das Netz soll bundesweit aufgebaut werden. Bayern unterliege deshalb einem straffen Zeitplan: Die Planung soll im März beendet sein, die Anlagen spätestens 2012 stehen.

Welche finanziellen Lasten mit der Einführung auf die Gemeinden zukommen, steht noch nicht fest. Aufbau und Betrieb finanziere der Staat. Die Investitionen der neuen Funkgeräte müssten wohl die Gemeinden tragen, so Anton Klotz. Norbert Gebhard rechnet dabei mit rund 6000 Euro für eine mittlere Feuerwehr wie Wertach. Die Floriansjünger dort haben - weil sie für das Tiroler Jungholz mit zuständig sind - Erfahrungen mit Digitalfunk. «Das ist eine super Qualität, zudem abhörsicher,» weist er auf zwei Vorteile hin. Gebhard: «Es ist wünschenswert und gut, dass die Technik kommt.»

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