Nesselwang
120 Tiere, 3000 Besucher und eine besondere Rarität

Mit lautem Schellengeläut stürmen sie heran - die 120 Jungrinder, um die sich gestern Vormittag beim Nesselwanger Viehscheid alles dreht. Am Scheidplatz an der Alpspitzbahn geht es rund. Tiere, Hirten und rund 3000 Besucher machen den Alpabtrieb zu einem echten Ereignis. Offiziell gibt zwar die Harmoniemusik den Takt an, doch die Jungrinder interessiert das wenig: Sie wollen dem Trubel schnell entgehen und warten ungeduldig auf ihre Besitzer.

Rund 100 Tage haben sie hoch droben in der Sommerfrische verbracht. «Es war ein wirklich guter Alpsommer, das Vieh ist gut beieinander», findet Hirtin Margit Haggenmüller. Sie führt eines der beiden prächtig geschmückten Kranzrinder - der Kopfschmuck ist traditionell Zeichen dafür, dass der Sommer für Hirten und Rinder unfallfrei verlaufen ist. «Wir sind sehr zufrieden. Die Herde ist unversehrt und wohl genährt wieder im Tal», freut sich auch Moderator Klaus Spieß, der den Besuchern viel Wissenswertes, etwa über die Alpwirtschaft, erläutert.

Von der Unteren Alpe, der Lachenhütte und der Alp Stellenbichl wurden die Herden ins Tal gebracht. Für Hirte Peter Danks war es bereits der siebte Sommer. Er freut sich, sagt aber zugleich: «Es ist Zeit, dass die Tiere zu ihren Besitzern kommen»

Margit Haggenmüller packt am Scheidplatz kräftig an. Anhand der jeweiligen Ohrmarken ruft sie die Bauern aus, die ihre Tiere dann mit einem Kälberstrick durch die Scheidlucke führen, die einzelne Tiere von der Herde trennt. «Das ist unsere Rarität», verrät Klaus Spieß stolz. «So eine Lucke gibt es nur beim Viehscheid in Nesselwang. Dank dieser Methode werden die Tiere nicht so unruhig.» Die Bauern und Helfer haben trotzdem alle Hände voll zu tun. Denn nicht jede geälpte Kuh lässt sich so einfach durch das Gemenge führen.

Robin Butscher aus Tannheim fasziniert die ungestüme Art der Rinder und das laute Gebimmel. Mit großen Augen verfolgt der Vierjährige das Spektakel. Er ist mit seinen Eltern bereits zum zweiten Mal auf dem Nesselwanger Scheid. «Hier ist alles überschaubar. Unsere Kinder kommen gern her», verrät Vater Volker.

Nach der Schellenübergabe an die Hirten wird es ruhig am Scheidplatz. Dafür steigt die Stimmung im Festzelt, wo auch die Hirten feiern - die Strapazen des Alpsommers sind da schnell vergessen.

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen