Allgäu: Influencer/-innen lassen es krachen

Redaktioneller Hinweis: Dies ist ein Heimatreporter-Beitrag. Er spiegelt die Meinung des Verfassers wider.

Social Media ist mittlerweile fast der beliebteste Weg sich mitzuteilen.

Zahlreiche Influencer/-innen aus dem Allgäu betreiben ihre Präsenz zum Beispiel auf dem sozialen Netzwerk „Instagram“ sogar hauptberuflich mit Einnahmen im fünf bis sechsstelligen Bereich oder erzielen damit ansprechende Nebeneinkünfte auf dem Niveau eines Teilzeit-Mitarbeiters deutlich über dem gesetzlichen Mindestlohn.

Besonders beliebt sind heimatbezogene Beiträge und Storys dem Bergsport betreffend.

Die Ablichtung während Klettertouren oder Wanderausflüge gehen schon seit Längerem so derart „durch die Decke“, sodass nicht nur mehr eine Handvoll, sondern eine ganze Menge von Menschen bereits Tausende von Follower/-innen auf ihren Internetauftritten gesammelt haben.

Auch die Unternehmen aus der Region setzen offenkundig stärker auf Influencer/-innen, um sich selbst oder ihre Produkte zu bewerben.

Kein Wunder. 

Es ist immens schwierig geworden, die jüngere Werbezielgruppe auf klassischem Weg zu erreichen.

Kaum ein Jugendlicher oder Heranwachsender lässt sich heute noch auf eine Kommunikationsmaßnahme ein, welche sich ausschließlich daran orientiert, mit altbackenen Methoden potenzielle Kunden zu überzeugen.

Das Zeitalter solcher bisher bewährten Absatzförderungsstrategien dürfte bald gänzlich sein Ende finden.

Aus diesem Grund planen viele Werbeverantwortliche schon im vorneweg ein Budget für Influencer-Marketing ein.

Zum Vorteil der Influencer/-innen.

Denn „influencen“ ist bislang kein anerkannter Beruf, der eine bestimmte Qualifikation voraussetzt.

Besser so.

Hier sind hauptsächlich talentierte Menschen gefragt, die ihren Job mit Leidenschaft machen, flexibel sind und sich schnell neuen Trends anpassen können und auch selbst davon überzeugt sind, dass das, was gemacht wird, auch überhaupt Sinn hat.

Social Media, respektive Influencermarketing lässt sich auch kaum erlernen. Es lebt von Menschen mit einer besonderen Persönlichkeit, einzigartigen Reaktionen und dem eigens geprägten Bewusstsein für die Überzeugung von werbebezogenen Zielgruppen.

Da hilft auch die beste Ausbildung oder das beste Studium nichts, wenn gleich es eigentlich die Hauptaufgabe von Influencer/-innen ist, möglichst viel Reichweite und wiederkehrende aktive Follower/-innen zu schaffen.

Die Konzeption von festen Lehrinhalten zum Berufsbild des Influencers oder der Influencerin gestaltet sich hier deswegen schwierig.

Da hat es auch keinen wirklichen nachhaltigen Wert, den Zweig des Influencer-Marketings mit dem akademischen Studium der Betriebswirtschaftslehre zusammenzuwürfeln, nur um mit aller Kraft zu versuchen, einen anscheinend qualifizierten Beruf daraus zu etablieren.

Oft ist Stellenanzeigen zu entnehmen, das viele Unternehmen immer noch davor zurückschrecken - die teils noch ziemlich jungen Influencer/-innen „unter Vertrag“ zu nehmen.

Stattdessen werden Hochstudierte „Social-Media-Manager“ gesucht, welche aber nicht im Ansatz den gewünschten wirtschaftlichen Erfolg verwirklichen, als jene die eventuell sogar schon mehrere Hundert oder Tausende Follower/-innen generiert haben.

Auch wenn sich unter den Influencer/-innen viele Quereinsteiger befinden, liegt die Zukunft nicht in einer akademisierten Armee von rechenbegabten „Hipstern“ - sondern in einer engen Auswahl von motivierten, talentierten und vor allem zielgruppenstarken Kommunikationsexperten.

So wie in anderen Wirtschaftszweigen auch. Ob in der Musikbranche oder im Medienbereich.

Hier spielt im wirtschaftlichen Hauptsektor schon lange keine Qualifikation auf „dem Papier“ mehr eine Rolle.

Richtigen Umsatz macht ja nicht der Social-Media-Redakteur beim „ZDF“ mit abgeschlossenem Studium oder journalistischer Ausbildung, sondern „Kurt Krömer“ mit ursprünglicher Ausbildung als Herrenausstatter.

Ironie. Oder doch nicht?

Auch geschätzt sind Non-Profit Influencer/-innen.

Also Menschen welche aus Interesse und nur zum Vergnügen zielgruppenorientierte Werbung für Unternehmen ermöglichen und soziale Interaktionen aktivieren. 

Da das Allgäu nicht nur in der Region, sondern weit darüber hinaus bekannt für exzellente Braukultur ist, machen sich dies auch ein paar Bierliebhaber zu Eigen und haben entsprechende Instagram-Accounts gegründet. 

Als Vorreiter gelten die „Allgäuer Bier Freunde“ (Instagram) welche mit viel grafischem Inhalt ihre Liebe zum Allgäuer Bier zeigen und mit über 1.000 Follower/-innen ebenso eine kostenfreie Plattform für die hiesigen Brauereien bieten, wie die erst frisch ins Leben gerufene „Allgäuer beer community“ (Instagram).

In puncto Social Media ist also in unserer Region einiges am Laufen.

Zu den Allgäuer reichweitenstärksten Influencern zählt der Oberallgäuer Tizian Häger mit über 900.000 Tausend Follower/-innen auf „TikTok“ und der Kemptener Daniel Abt auf „Instagram“ mit fast 400.000 Tausend Follower/-innen. 

Aber auch der „Buddy“ der deutschen Indie-Band „Tokio Hotel“ um Bill Kaulitz und gebürtige Kemptener Marc Göhring, mit 126.000 Tausend Follower/-innen auf „Instagram“ - führt die Liste der Allgäuer Influencer an. 

Der Vogel hat auch gezwitschert, dass im Allgäu gerade ein Zusammenschluss der einflussreichsten Allgäuer Influencer/-innen in Planung ist.

Stay tuned.

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