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Nahezu jedes Organ nimmt Schaden
Diese außergewöhnlichen Krankheiten kann Rauchen auch auslösen

Rauchen kann nicht nur das Herz-Kreislauf-System und die Lunge schädigen, sondern auch die Augen.
  • Rauchen kann nicht nur das Herz-Kreislauf-System und die Lunge schädigen, sondern auch die Augen.
  • Foto: engagestock/shutterstock.com
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"Qualmst du noch? Ich hör auf!" - so lautete das Motto des diesjährigen Weltnichtrauchertages am 31. Mai, das die Deutsche Krebshilfe und das Aktionsbündnis Nichtrauchen e. V. für Deutschland ausgegeben haben. Im Mittelpunkt der Kampagne stand die Rauchentwöhnung.

Es gibt viele Gründe, mit dem Rauchen aufzuhören. Der wichtigste ist unsere Gesundheit. Nahezu jedes Organ im menschlichen Körper nimmt Schaden am Tabakkonsum. Am meisten hat unsere Lunge auszustehen, etwa 80 Prozent aller Lungenkrebsfälle gehen auf das Rauchen zurück. Außerdem ist es die Hauptursache für eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung, kurz COPD. An akuten Krankheiten der Atemwege wie Grippe und Erkältungen leiden Raucher ebenfalls häufiger als Nichtraucher.

Rauchen ist Gift für den ganzen Körper

Das Herz kommt mit den zahlreichen Giftstoffen im Zigarettenrauch ebenfalls sehr schlecht zurecht. Wer raucht, ist mehr als doppelt so anfällig für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Das Risiko für Schlaganfälle steigt im Vergleich zu nicht rauchenden Menschen um 50 Prozent. Zudem schädigt Rauchen den Verdauungstrakt, das Skelett, führt zu Erektionsstörungen und schränkt die Fruchtbarkeit ein. Unser größtes Organ, die Haut, macht die negativen Effekte des Rauchens sogar nach außen sichtbar.

Die Liste geht noch weiter: In die entlegensten Orte des Körpers wie Leber, Niere und Harnblase gelangen die Krebs auslösenden Chemikalien und Schwermetalle aus dem Tabak über die Blutbahnen. Brust- und Gebärmutterhalskrebs und bestimmte Formen der Leukämie können ebenso durch Rauchen ausgelöst werden wie bösartige Tumore der Mundhöhle, der Speiseröhre, des Kehlkopfs und des Nasen- und Rachenraums.

Auch die Augengesundheit nimmt Schaden, das Risiko für eine altersabhängige Makuladegeneration (AMD) steigt. Der Stuttgarter Facharzt für Augenheilkunde Dr. Ingo Baumann beschreibt die Gefahren wie folgt: "In einer Zigarette stecken mehr als 4.000 giftige Inhaltsstoffe. Sie verstärken die für AMD ursächliche Minderdurchblutung des Auges."

Durchblutungsstörungen im Auge

Eine Makuladegeneration betrifft den Bereich des zentralen Sehens auf der Netzhaut, die Makula. Sie kann ab einem Alter von 50 Jahren als trockene altersabhängige Makuladegeneration mit der Ablagerung von Stoffwechselprodukten beginnen. Die Folge: die Versorgung der Netzhaut mit Blut und Nährstoffen verschlechtert sich. In 15 Prozent der Fälle entwickelt sich dann aus der trockenen Form eine feuchte AMD, der Hauptgrund für Altersblindheit. Hierbei werden neue Blutgefäße gebildet, um die Netzhaut wieder mit Blut und Nährstoffen zu versorgen. Diese Gefäße sind allerdings brüchig und durchlässig, Flüssigkeit kann austreten.

Eine feuchte AMD ist im Gegensatz zur trockenen Form behandelbar: Mit einer Spritze wird ein VEGF-Hemmer in den Glaskörper des Auges gebracht. Die kleinen Proteinmoleküle verhindern, dass sich weitere poröse Blutgefäße bilden und schädliche Flüssigkeit unter der Netzhaut sammelt. Konsequent durchgeführt kann die Therapie den Krankheitsverlauf aufhalten und die Erblindung verhindern.

Sieben Millionen Menschen sterben jährlich wegen Nikotin

Bei Rauchern tritt die feuchte AMD durchschnittlich etwa fünf Jahre früher auf als bei Nichtrauchern, das belegt eine aktuelle Studie australischer Wissenschaftler. Zigarettenrauch begünstigt zudem nicht nur die Entstehung einer AMD, er wirkt sich auch negativ auf die Behandlung aus. "Bei fortbestehendem Nikotinkonsum wirken die uns zur Verfügung stehenden Medikamente nicht so gut", erklärt Augenarzt Dr. Baumann und rät zu einem sofortigen Rauchstopp. Dafür sprechen auch diese Zahlen: In Deutschland sterben jährlich schätzungsweise 140.000 Menschen an den Folgen des Tabakkonsums. Weltweit sind es über sieben Millionen Menschen, damit lassen sich global 13 Prozent aller Todesfälle auf die direkten Folgen des Rauchens zurückführen. Weitere zwei Prozent entfallen auf die Folgen des Passivrauchens.

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