Wenn das Gehalt nicht reicht

Allgäul feß l Trotz eines eigenen Einkommens reicht bei manchen Menschen das Geld nicht aus, um den Lebensunterhalt zu bestreiten. Rund 18 Prozent der Bedürftigen im Allgäu, die von der Arbeitsgemeinschaft Grundsicherung (Arge) finanziell unterstützt werden, haben eine Arbeitsstelle und verdienen Geld (siehe Grafik). Daneben hat etwa jeder zehnte Arbeitnehmer einen Nebenjob, um sein Gehalt aufzubessern.

'Die Einkommen sind in diesen Fällen einfach zu niedrig', sagt Thomas Liebner, Geschäftsführer der Arge Ostallgäu. Die Zahl der Menschen, die trotz eines eigenen Lohnes nicht über die Runden kommen, nimmt zu. Nach seinen Angaben trifft dies vor allem beispielsweise Frisöre oder Arbeitnehmer bei Zeitarbeitsfirmen. 'Oft sind es Beschäftigte, die eine Familie mitversorgen und etwa einen Stundenlohn um die sieben Euro bekommen', ergänzt Silke Königsberger, Geschäftsführerin der Arge Kaufbeuren.

In anderen Allgäuer Städten und Landkreisen stellt sich die Situationen ähnlich dar. 'Die Zahl der Menschen, die zu ihrem Gehalt noch bei uns aufstocken, nimmt zu', sagt auch Anett Singer, stellvertretende Geschäftsführerin der Arge Unterallgäu. Aufstocker nennt die Arge Personen, die zusätzlich zu ihrem Einkommen noch finanziell unterstützt werden müssen.

Günter Zeller, der Geschäftsführer der Arge im Oberallgäu, schätzt, dass die eigentliche Anzahl der Menschen, die mit ihrem Gehalt nicht auskommen, noch höher liegt. 'Es wissen nicht alle, dass sie einen Anspruch auf Unterstützung haben, wenn sie sehr wenig verdienen', sagt Zeller. Von 400-Euro-Jobs bis hin zu Vollbeschäftigung reichen laut Norbert Schreff, Geschäftsführer der Arge Memmingen, die Tätigkeiten von Arbeitnehmern, die Zuzahlungen erhalten. Als ein Grund, warum es bei einigen zum Monatsende hin knapp wird, werden auch die gestiegenen Lebenshaltungskosten genannt. In Bayern beispielsweise sind diese in den letzten zehn Jahren um 16,6 Prozent gestiegen. Das belegen Zahlen vom Bayerischen Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung. 'Es haben sich vor allem die Preise für Heizöl und Kraftstoff verteuert: um 36 Prozent seit dem Jahr 2000', so Andreas Bielitza vom Landesamt.

Wer mit seinem Gehalt nicht auskommt, sucht sich immer öfters auch im Allgäu einen Zweitjob. Laut Informationen der Agenturen für Arbeit in Kempten und Memmingen ist das im Allgäu etwa jeder Zehnte. 'Arbeitnehmer im Einzelhandel sind davon stark betroffen', sagt Christian Betz, der Bezirksgeschäftsführer der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi. Er schätzt, dass etwa 40 Prozent etwas dazu verdienen.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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