Von der ersten Minute an feilt Dirigent Dollansky

Von Gerlinde Schubert | Marktoberdorf Noten von Schubert, Mozart, und Mendelssohn-Bartholdy liegen auf den Pulten. Erwartungsfroh blicken 40 Augenpaare auf Stephan Dollansky: Das Sinfonieorchester Ostallgäu hat sich zu seiner ersten Probe im Marktoberdorfer Gymnasium getroffen. Aus Füssen, Buchloe, Nesselwang, Kaufbeuren und Marktoberdorf kommen die Musiker und Musikerinnen. Schüler sind darunter, Ärzte, Musiklehrer, Hausfrauen und, wie die Konzertmeisterin, Studenten. 'Ich freue mich, bei diesem Orchester mitmachen zu können', sagt Jutta Pockrandt. Die Marktoberdorfer Klavierlehrerin spielt im Sinfonieorchester ihr zweitliebstes Instrument, das Horn.

Die Überlegung, ein Orchester dieser Art ins Leben zu rufen, gehen weit zurück, sagt Dollansky. Seit sechs Jahren unterrichtet er am Marktoberdorfer Gymnasium und leitet auch das Schulorchester. Den Jugendlichen auch nach der Schulzeit die Musikpflege zu ermöglichen, war ein Gedanke für die Gründung des Orchesters. Aber auch den vielen anderen ambitionierten Laienmusikern oder Musiklehrern ein Forum zu geben, in einem Orchester auf hohem Niveau spielen zu können, war ein Grund. In Zusammenarbeit mit dem Landkreis fand nun die Gründung des Orchesters statt.

Dollansky (35), der seit vier Jahren auch die Leitung des Orchesters der schwäbischen Gymnasien innehat, sieht für sich als Dirigent eine neue Herausforderung. Mit der ersten Probe, so sagt er, sei er sehr zufrieden. 'Mit diesen Musikern kann ich meine Vorstellungen von Musik sicher gut umsetzen.' Nicht nur er, auch sie wollten gefordert werden.

'Es gibt noch viel zu tun'

Bei der Auswahl der Stücke, der 'Unvollendeten' von Schubert, einem Klavierkonzert von Mozart (mit dem Solisten Ingmar Schwindt aus Kaufbeuren) und der Ouvertüre 'Die Hebriden' von Mendelssohn-Bartholdy, habe er darauf geachtet, 'was schön und gut spielbar' ist. 'Das Cello so weich wie möglich', 'ein bisschen mehr Akzent im Horn' - von der ersten Stunde an feilt er mit seinen Musikern an der 'Unvollendeten'. Und die meinen: 'Es gibt noch viel zu tun.'

Viele der Orchestermitglieder haben bereits mit Dollansky zusammengearbeitet. Und die, die ihn zum ersten Mal erleben, sind begeistert von ihm. So wie Dr. Wolfgang Berger, Bratschist aus Füssen. Der Abend habe ihm gezeigt, dass er sicher auch weiterhin gerne mitspiele. 'Dieses Orchester hat Zukunft.' Schon lange habe sie auf so eine Gelegenheit gewartet, meint Petra Weber-Lehmann, Lehrerin an der Musikschule Marktoberdorf. Auch Rosemarie Schöllhorn, die unzählige Kinder im Flötenspiel unterrichtet hat, erwärmte sich sofort für die Idee. Sie spielt Fagott, das sie erst mit 50 angefangen hat zu erlernen.

Wie sie haben alle Erfahrung im Ensemblespiel. Manche sind in verschiedenen Gruppen oder Kammerorchestern dabei. Aber die großen Werke spielen zu können - das sei doch eine tolle Chance. Dass gleich drei Mitglieder einer Familie im Orchester dabei sind - das ist dann aber doch eine Ausnahme. Christina Humburg aus Marktoberdorf, früher in Studenten- und Laienorchestern in Stuttgart aktiv, spielt die Oboe, ihre zwei Töchter sind an der Geige dabei. Alle zwei Wochen kommen die - wenn das Orchester einmal vollständig ist - 50 Musikerinnen und Musiker zur Probe zusammen. Dazwischen heißt es für sie üben, üben, üben.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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