Tanz-Fieber steckt nicht an

Von Iris Hiltensberger | Kempten Lässig hängt die Zigarette im Mundwinkel. Im weit aufgeknöpften, schwarzen Hemd steht Tony (Andreas Rohner) etwas abseits des Trubels im bunten Disko-Licht des Tanz-Clubs Havanna. Als die unbedarfte 'Jenny' (Janina Elkin) hereinkommt und sich unsicher an den erotisch tanzenden Paaren vorbeidrückt, bekommen die Zuschauer des Musicals 'Dance Fever' in der Kemptener Big Box das erste bekannte Detail aus dem Erfolgsfilm 'Dirty Dancing' zu hören. 'Ich hab ´ne Melone getragen', plappert die 17-Jährige los, als Tony fragt, wie sie hereingekommen sei.

Das Stück wagt sich an das Film-Original heran und tut es doch wieder nicht. Regelmäßig tauchen Fetzen oder ganze Szenen auf, die so im Kino-Streifen zu sehen sind, sich aber nicht immer harmonisch in die Rahmenhandlung einfügen. Die ist auf den ersten Blick eine gänzlich andere. Der mutige Südamerikaner Tony ist fern der Heimat ganz auf sich allein gestellt, jedoch ein begnadeter Tänzer.

Ein Durcheinander

Mit der jungen Jenny, deren konservative Eltern eine Tanzschule betreiben, findet er seine große Liebe. Die Parallelen zum Film gibt es auch hier: Das Paar setzt sich über die Köpfe von Jennys Mutter und Vater und über gesellschaftliche Grenzen hinweg.

Auch ein Tanzwettbewerb, bei dem Jenny für eine krank gewordene Tänzerin einspringt, erinnert an das Original.

Das Durcheinander im Musical ist perfekt, als klar wird, dass die Tanzschule dem Ehepaar Miller gehört. Denn Miller heißt auch das Mädchen aus dem Film Dirty Dancing 2, der 2004 bei uns in den Kinos lief, jedoch keine Fortsetzung des Original-Erfolgs ist und in Havanna spielt.

Vergebliches Warten

Eingebettet in Dirty-Dancing-Erfolgslieder 'Time of my life' oder 'Be my baby' zeigen die Musical-Darsteller einige gelungene Tanzdarbietungen.

Vergeblich warten die Zuschauer bis zuletzt jedoch auf die berühmte Hebefigur aus dem Film. Auch dürfte sich so mancher Besucher des Musicals darüber gewundert haben, dass bei dem Tanzwettberb im Jahr 1968 mit 'Total eclipse of the heart' ein Lied der 90er Jahre gesungen wird - trotz alledem ein Stimm-Genuss von Nicole-Anique Bolley.

Herausragend zeigt sich auch Tony-Darsteller Andreas Rohner in seiner Rolle als machohafter Super-Tänzer. Wenigstens ein Trost in der ansonsten schlecht inszenierten Vorstellung.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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