Täter kümmern sich um schwer verletztes Schlägerei-Opfer

Kaufbeuren/Buchloe | bbm | Das Kaufbeurer Jugendschöffengericht hat einen 18-jährigen und einen 17-jährigen Mann jeweils wegen gemeinschaftlicher, gefährlicher Körperverletzung zu einem zweiwöchigen Dauerarrest verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, das die beiden jungen Männer an einem Streit in Buchloe im Sommer 2007 beteiligt waren, der für einen 23-Jährigen fast tödlich endete.

Dass gegen die bislang unbescholtenen Angeklagten keine Jugendstrafen verhängt wurde, lag insbesondere an ihrem Verhalten nach der Tat: Sie waren sichtlich erschrocken und kümmerten sich gemeinsam mit den Begleitern des Opfers um den Schwerverletzten. Der Richter rechnete ihnen dies im Urteil 'sehr hoch an.' Der dritte Täter (17), der sich nach Einschätzung des Gerichts wohl eher ins Geschehen hatte hereinziehen lassen, kam mit 60 sozialen Arbeitsstunden davon.

Drei junge Türken waren auf eine Gruppe von Punkern losgegangen waren. Nach einem Schlag stürzte der 23-Jährige rückwärts zu Boden und erlitt beim Aufprall einen Schädelbruch mit Gehirnblutungen. Er konnte nur durch eine Notoperation gerettet werden. 'Zehn Minuten später und ich wäre gestorben,' zitierte der junge Mann seine Ärzte.

Ausgangspunkt des Vorfalls war offenbar ein Streit vor dem Buchloer Jugendzentrum, bei dem ein junger Mann durch Aggressionen gegen eine Gruppe von Punkern aufgefallen war. Den Angeklagten gelang es, den Mann zu beruhigen und nach Hause zu bringen. Wenig später kam es zu einer weitgehend friedlichen Diskussion zwischen ihnen und den Punkern. Dass der Konflikt dann doch noch eskalierte, lag offenbar daran, dass die Angeklagten glaubten, einer der Punker habe auf ihr Auto gespuckt, als sie gerade wegfuhren. Daraufhin ging der 18-jährige Fahrer mit Rückdeckung von zwei Freunden auf den vermeintlichen Spucker los. Der junge Mann wurde umgestoßen, blieb aber unverletzt.

Die Tätlichkeiten endeten abrupt, als der 23-jährige Haupt-Geschädigte, der offenbar durch einen Schlag besinnungslos war, rückwärts zu Boden stürzte und dort mit einem dumpfen Knall aufschlug. Die eigentliche Attacke hatte zwar keiner gesehen, nach der Beweisaufnahme stand für das Gericht aber zweifelsfrei fest, dass der Schlag nur vom 18-jährigen Angeklagten gekommen sein konnte. Dieser hatte sich damals laut Zeugenaussagen als Einziger in unmittelbarer Nähe des Opfers aufgehalten.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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