Entlohnung
Spitzenkraft zu teuer für Kliniken Ostallgäu

«Wir können nicht für einen Sanierer das Zehnfache bezahlen wie für eine Pflegekraft», verweist Verwaltungsratsvorsitzender Stefan Bosse als Oberbürgermeister von Kaufbeuren auf die kommunale Verantwortung bei den Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren. Daher stellte der Verwaltungsrat die Entscheidung über einen Sanierer, den man sich für zwei Jahre von einem Beratungsunternehmen ausleihen möchte, noch mal zwei Wochen zurück. Das Spitzenpersonal sei zu teuer für ein Kommunalunternehmen.

Verzichten möchte man auf eine Sanierungsberatung aber nicht. Daher wird mit zwei Firmen nachverhandelt. Die Beratung teilt sich nämlich in zwei Pakete auf: Zum einen wurde deutschlandweit ein Sanierungsgutachten ausgeschrieben, das auf 190000 Euro gedeckelt ist. Diese Summe wählte man, um eine langwierige EU-weite Ausschreibung zu umgehen, die ab 193000 Euro vorgeschrieben ist.

Zum anderen wollte der Verwaltungsrat eine Spitzenkraft von einem Beraterunternehmen anwerben, die für zwei bis drei Jahre als Brückenkopf direkt beim Kommunalunternehmen angestellt ist. Dieser soll direkt dem Vorstand und dem Verwaltungsrat zuarbeiten. Gleichzeitig soll er die Umsetzung eines Sanierungskonzeptes überwachen. Ein Spitzenmann koste aber soviel, dass er mehr als der Kaufbeurer OB und der Ostallgäuer Landrat zusammen verdiene, heißt es.

Diese Dimension sei den Bürgern nicht zu vermitteln.

Nun sprechen die Verantwortlichen mit den Beratungsfirmen über eine andere Lösung. Entweder gibt es einen günstigeren Sanierungsspezialisten oder der Vorstandsvorsitzende Ludwig Lederle und sein Vorstandskollege Dr. Joachim Klasen können bei Bedarf auf zusätzliche externe Beratungsleistungen zugreifen. Die Begutachtung des Unternehmens soll dann zügig starten. << Möglicherweise sogar noch 2010 >>, erklärt Bosse auf Anfrage unserer Zeitung.

Millionen-Defizit

Hintergrund der Expertensuche: Nach mehreren Wechseln an der Spitze der Verwaltung in den vergangenen zweieinhalb Jahren lag das Defizit 2009 bei 4,9 Millionen Euro, im laufenden Jahr müssen der Landkreis Ostallgäu und die Stadt Kaufbeuren voraussichtlich << gut sechs Millionen Euro >> Fehlbetrag mit Steuergeldern finanzieren.

Als nahezu einmalig in Bayern gilt die Dezentralität des Unternehmens: Neben dem Hauptstandort in Kaufbeuren mit 360 Betten gibt es noch vier Krankenhäuser im Landkreis (Buchloe, Obergünzburg, Marktoberdorf und Füssen) mit zusammen knapp 450 Betten.

Das könnte Sie auch interessieren

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen
Powered by Gogol Publishing 2002-2019