Sexueller Missbrauch: Freispruch für Ehepaar

Memmingen |py| Die Jugendkammer des Memminger Landgerichtes hat ein Ehepaar vom Vorwurf des sexuellen Missbrauchs eines Kindes freigesprochen. Angeklagt waren die 25-jährige Mutter des geschädigten Kindes und ihr 42-jähriger Ehemann. Sie sollen sich Ende 2004 in ihrer Ottobeurer Wohnung gemeinsam mindestens einmal an dem damals zweijährigen Kind vergangen haben. In der Anklageschrift lauteten die Vorwürfe auf Vergewaltigung und schwerer Körperverletzung. Die Angeklagten schwiegen in der Verhandlung.

Die junge Hausfrau hatte schon vor der 2002 erfolgten Geburt das Jugendamt zur Hilfe gerufen. Nach acht Monaten wurde die Tochter teilweise, kurz darauf ganz in Pflege zu einer anderen Familie gegeben. Im Rahmen eines Kontaktrechtes konnte die Mutter ihr Kind abwechselnd für ein paar Stunden besuchen oder mit zu sich nach Hause nehmen. Nach einem dieser Besuch Ende 2004 stellte die erfahrene Pflegemutter bei dem Kind Verletzungen im Intimbereich und ein stark verändertes, ängstliches Verhalten fest. Der Verdacht eines sexuellen Missbrauchs kam bei ihr auf. Es dauerte jedoch fast drei Monate, bis sie mit Kinderärztin und Jugendamt darüber sprach. Dann erst erfolgte die Anzeige gegen die Mutter und ihren Ehemann.

In der fast neunstündigen Verhandlung ergaben sich viele Ungereimtheiten und Widersprüche. Die vermeintlichen Belastungszeugen konnten sich an vieles nicht mehr erinnern und Verwandte des Angeklagten erklärten, dass sie zum möglichen Tatzeitpunkt mit dem Angeklagten und dem Kind in einer Wohnung zusammen waren und dort 'nichts dergleichen' geschehen sei.

Die sachverständigen Ärzte aber wiesen nach, dass das Kind tatsächlich mehrmals mit größeren Gegenständen im Intimbereich misshandelt worden ist.

Das Gericht konnte jedoch weder Tatzeitpunkt oder Tathergang noch eine Täterschaft der Angeklagten nachweisen. Kritik wurde an der Pflegemutter geäußert. Sie habe es 'unverantwortlich versäumt', sofort zu handeln und durch ihr Zögern eine ausreichende Beweisführung zu ermöglichen. Der Vorsitzende Richter sprach daher die Angeklagten - wie von Staatsanwalt und den Verteidigerinnen gefordert - frei.

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