Kommentar
Motorradfahren im Allgäu: Schön und gefährlich

Motorradfahren am Jochpass: Bei strahlendem Sonnenschein ein großes Vergnügen.
  • Motorradfahren am Jochpass: Bei strahlendem Sonnenschein ein großes Vergnügen.
  • Foto: Ralf Lienert
  • hochgeladen von Holger Mock

Langgezogene Kurven, kurvige Passstraßen, wunderschöne Landschaft: Das Allgäu hat alles, was Motorradfahrer brauchen. Allerdings sind die Meinungen zum Thema "Motorrad-Touristen" durchaus geteilt. "Zu laut", "zu gefährlich", "alles Raser" sind die Vorwürfe, die Motorradfahrer oft zu hören bekommen.

Die Fakten

  • Motorräder sind lauter als (die meisten) Autos. Das ist zum Einen bauartbedingt, zum anderen liegt es auch daran, dass viele Motorradfahrer auf den Sound ihrer Maschine stehen und ihn auch in der entsprechenden Lautstärke genießen möchten. Laut ist Lärm und Lärm ist Macht. Oder so. Was gut klingt und was nicht, liegt in den Ohren des Zuhörers. Die Motorradindustrie, vor allem der Zubehörmarkt für Auspuffanlagen hat sich darauf eingestellt und bietet das an, was die Motorradfans eben wünschen: Satten Sound. Die Gesetze sind da eher schwammig, sodass den Lärmfans genügend Spielraum bleibt, um "legal laut" durch die Landschaft zu fahren.
  • Motorradfahren ist gefährlicher als Autofahren. Ein Unfall auf dem Motorrad geht selten verletzungsfrei aus, manchmal auch tragisch. Es gibt keine schützende Karosserie. Und: Motorräder werden oft übersehen. Motorradfahrer können sich an Verkehrsregeln halten, wie sie wollen, wenn andere Verkehrsteilnehmer sich falsch verhalten, hat der Motorradfahrer keine Chance. Und, ja: Viele Motorradfahrer lassen sich durch die teils absurde Leistung ihres Motorrades dazu verführen, weit schneller zu fahren als beherrschbar und gesund ist. 
  • Trotzdem sind nicht alle Motorradfahrer automatisch Raser. Fakt.
  • Besonders gefährdete Altersstufen: Untersuchungen haben gezeigt, dass es zwei Altersgruppen gibt, die besonders gefährdet sind. Die eine Gruppe ist (wenig verwunderlich) die Gruppe der ganz jungen (16- bis 23-Jährigen). Jugendliche Heißsporne, die Gefahren grundsätzlich unterschätzen. Die zweite besonders gefährdete Gruppe bilden die älteren Semester. Wiedereinsteiger ab 55 Jahren bis rauf ins hohe Alter, die sich nach 30 oder mehr Jahren Familien- und Berufspriorität wieder ein Motorrad zulegen und von der Leistung, der modernen Technik und dem heutzutage herrschenden Verkehr im Vergleich zu Ende der 80-er überfordert sind. Am sichersten unterwegs sind daher merkwürdigerweise offenbar alle, die durchgehend Motorrad fahren, ihre Maschine kennen und beherrschen und sich jederzeit sämtlicher Gefahren bewusst sind.

Die Schlussfolgerung

Eigentlich gehören Motorräder verboten. So wie Sportwagen, Rauchen, Bergsteigen, Skitourengehen, Gleitschirmfliegen und andere Freizeit-Aktivitäten, bei denen man sich (und eventuell auch andere) in Lebensgefahr bringt. Aber auch bei Motorrädern gilt: Das kalkulierte Risiko inklusive sich an Verkehrsregeln zu halten, gepaart mit gesundem Menschenverstand und Respekt vor der Gefahr, Rücksichtnahme und Weglassen dämlichen Angebergehabes sollten dazu führen, dass dieses schöne Hobby erhalten bleibt. Das meiste davon (Geschwindigkeit, Lärm, Angebergehabe) geht leider auf das Konto einiger Motorradfahrer. Ist so. Aber Rücksichtnahme betrifft alle.

Einen Kommentar speziell zum Thema "Pässe fahren mit dem Motorrad" hat der Autor auf dem AZ-Portal allgäu.life verfasst.

Autor:

Holger Mock aus Kempten

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