Liebherr Aerospace fliegt auf Russland

Lindenberg | az | Liebherr-Aerospace befindet sich seit Jahren auf Expansionskurs. Jüngstes Projekt ist ein Werk in Russland, mit dessen Bau im Frühjahr begonnen wird. Der Standort gehört zur Wirtschaftszone Nizhny Novgorod, wo der Liebherr-Konzern in den nächsten Jahren rund 200 Millionen Euro investieren wird.

Über die Pläne des Luftfahrt-Spezialisten konnten sich jetzt beim 'IHK-Unternehmertreff' Firmenchefs und Führungskräfte aus der Region informieren. Dass die Firmengruppe Liebherr nicht nur Bagger und Kräne baut, ist hinlänglich bekannt. Dass Liebherr auch in die Luft geht, beispielsweise mit dem Airbus, erfuhren die Gäste von Geschäftsführer Josef Gropper.

Liebherr-Aerospace ist ein führender Zulieferer von Systemen für die Luftfahrtindustrie mit mehr als vier Jahrzehnten Erfahrung. Das Produktspektrum für den zivilen und militärischen Bereich umfasst Flugsteuerungen und Betätigungssysteme, Hydrauliksysteme, Fahrwerke sowie Luftsysteme. Eingesetzt werden diese Systeme in Großraum- und Zubringerflugzeugen, Business Jets, Kampfflugzeugen, Militärtransportern, militärischen Trainingsflugzeugen sowie in zivilen und Kampfhubschraubern.

Liebherr ist auch Systemlieferant für den neuen Airbus A 380, das größte Passagier-Flugzeug der Welt. Neben Lindenberg und Friedrichshafen befinden sich weitere Liebherr-Werke für die Luftfahrt-Industrie in Toulouse (Frankreich) und Guaratinguetá (Brasilien). In Toulouse werden Luftsysteme gebaut, in Brasilien Fahrwerke und hydraulische Komponenten für Flugzeuge gefertigt.

Steigendes Auftragsvolumen

Im Jahr 1960 gegründet, verzeichnete der Flugzeugbau-Zulieferer vor allem in den vergangenen Jahren zweistellige Zuwachsraten. Mit zuletzt 2151 Mitarbeitern (2006: 2067) - davon etwa 300 im Zweigwerk Friedrichshafen - hat das Lindenberger Unternehmen im Geschäftsjahr 2007 einen Umsatz von rund 450 Millionen Euro erzielt (2006: 442 Millionen Euro).

Obwohl das Geschäft boomt - für 2008 wird das Auftragsvolumen nochmals um 20 Prozent zunehmen - sind die Umsätze in den vergangenen zwei Jahren nur moderat gestiegen. Gropper: 'Das Umsatzwachstum war fast ausschließlich durch den massiven Dollar-Verfall nicht zu spüren.'

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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