Konzert
Kraftklub machten aus der Kultbox eine Party-Sauna

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Die Jungs von Kraftklub machten ihrem Namen alle Ehre. Mit ihrer Vollgasmischung aus Rock und Rap verwandelten die fünf Chemnitzer die Kemptener Kultbox in eine Massensauna für 800 Menschen. Dabei riss die unbändige Energie von Sänger Felix Brummer das Publikum gnadenlos mit.

Er sprang über die Bühne und trieb die Konzertbesucher so schwungvoll an, als hätte er kurz davor versucht, die Koffeinvorräte sämtlicher Cafés in Kempten im Alleingang zu sich zu nehmen. Sein offensichtliches Ziel: Partystimmung. Die gelang ihm perfekt.

Dazu trugen auch die mitgröl-tauglichen Texte bei. Die hatten nicht immer Tiefgang und näherten sich bei 'Scheißindiedisco' einem schon fast unterirdischen Niveau.

Aber mit der Textzeile eines anderen Liedes – 'Unsere Eltern kiffen mehr als wir, was sollen wir da rebellieren?' – machte Felix Brummer klar, dass es heutzutage gar nicht mehr so einfach ist, auf authentische Weise aufzubegehren. Dem 23-Jährigen ist es wohl lieber, der sympathische Junge von nebenan zu sein, als den pseudo-bösen Rapper zu geben.

Immer wieder nahm er Kontakt mit dem Publikum auf, erzählte Anekdoten und sorgte mit kleinen Punkeinlagen wie der 'Wand des Todes', die er in die 'Wand der Liebe' umbenannte, für viel Begeisterung.

Dabei halfen die musikalischen Zutaten: Rap mit Punkrock zu paaren ist ja nichts Neues. Bei vielen Bands kommt dabei eine Mischung heraus, die in erster Linie eins ist: laut.

Um dieses Etikett zu vermeiden, gaben die 'Kraftklubber' noch einen guten Schuss schlagerähnlicher Melodien und südkurventaugliche Refrains hinzu und schufen diese spezielle Mischung, die schon die Toten Hosen nutzten, um Punkmusik massentauglich zu machen. Und die US-Amerikaner von Linkin Park schienen ebenfalls als musikalische Vorbilder zu dienen.

Gekonnte Gitarrenläufe a la Carlos Santana

So ganz nebenbei zeigten die Musiker, dass sie ihre Instrumente beherrschen. Da tauchten in einer Zwischenansage südamerikanische Rhythmen und gekonnte Gitarrenläufe a la Carlos Santana auf, und ein paar Minuten drängelte sich 'Thunder' von AC/DC in ein Lied. Aus all diesen Einflüssen machten die Chemnitzer ihren eigenen Sound, der sie beim nächsten Besuch in Kempten vermutlich in die Big Box heben wird.

Weil sie selbst einige Erfahrung als Vorgruppe haben, war sich Kraftklub nicht zu schade, ihren Support-Act persönlich anzukündigen: die Band 'The Durango Riot'. Als wäre die Zeit ein paar Jahrzehnte stehengeblieben, präsentierten die Schweden Metal-Rock, der in den 80er Jahren die Stadien gefüllt hätte. Dabei wirkte es, als bekomme diese Musikrichtung gerade wieder neuen Schwung.

Mit Kraftklub sorgten die Schweden für einen Höhepunkt des Abends: Gemeinsam sangen sie die Punkrock-Hymne 'Blitzkrieg Bop', besser bekannt als 'Hey ho, lets go!'

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