Klinik-Mitarbeiter kämpfen um höhere Löhne

Lindauldik l Dass das Krankenhaus neue Mitarbeiter in Pflege, Küche oder beim Reinigungspersonal nicht mehr direkt, sondern über eine Tochtergesellschaft einstellt, das gefällt dem Betriebsrat gar nicht. In dieser Woche gab es eine weitere Runde vor dem Arbeitsgericht. Ein Urteil wird frühestens für den 9. April erwartet.

Das Krankenhaus muss neue Mitarbeiter einstellen. In dieser Frage sind sich Jochen Glöckner, Geschäftsführer des Lindauer Krankenhauses, und Betriebsratsvorsitzender Andreas Richter einig. Denn die Auslastung der Klinik ist gut, so dass in den vergangenen Monaten nicht nur frei werdenden Stellen wieder besetzt werden müssen, sondern sogar neue Stellen geschaffen wurden. Hinzu kommt, dass die Mitarbeiter eine ganze Menge Überstunden mit sich herumtragen, die nur verringert werden können, wenn mehr Frauen und Männer sich um die Patienten kümmern.

Um Geld zu sparen, hat die Klinikleitung eine Tochterfirma gegründet. Denn die Dienstleistungsgesellschaft Krankenhaus Lindau, abgekürzt DKL, zahlt niedrigere Löhne als das Krankenhaus selbst. Was die Geschäftsführung freut, stößt Betriebsrat und Gewerkschaften natürlich sauer auf. Deshalb laufen in dieser Sache inzwischen mehrere Verfahren vor dem Arbeitsgericht.

Bereits im Dezember hatten sich beide Parteien vor Gericht getroffen Mal hatte die Klinikleitung den Betriebsrat verklagt, mal war es andersherum. Die Klinikleitung will so die Zustimmung des Betriebsrates umgehen, während die Arbeitnehmervertreter die Geschäftsführung zwingen will, die neuen Kollegen beim Krankenhaus anzustellen - oder zu entlassen.

Betriebsratsvorsitzender Andreas Richter berief sich auf die geltenden Sanierungs- und den Zukunftssicherungstarifverträge. Darin sei geregelt, dass die Klinikmitarbeiter unter anderem auf das Weihnachtsgeld verzichten, damit die Klinik wieder in die schwarzen Zahlen kommt. Im Gegenzug habe die Geschäftsführung zugesagt, keine Leiharbeiter einzustellen. Diese Zusage gelte nur für ganze Abteilungen, erwiderte Glöckner. Für einzelne Mitarbeiter sei dies keineswegs ausgeschlossen, sondern dies liege in der unternehmerischen Freiheit der Geschäftsführung. Zudem sollten diese Regeln nur für den Bestand der 214 Mitarbeiter gelten, die bei Inkrafttreten der Tarifverträge zum Jahresende 2006 im Krankenhaus angestellt waren. Inzwischen habe man die Zahl der Vollzeitstellen aber um rund ein Zehntel erhöht.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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