Geschichte
Kaufbeuren erninnert mit Konzert an Clemens Wenzeslaus

Vor 200 Jahren starb in Oberdorf der letzte Kurfürst von Trier und Fürstbischof von Augsburg, Clemens Wenzeslaus. Das Ereignis wird heuer in Marktoberdorf mit zahlreichen Veranstaltungen gewürdigt. Doch der Prinz von Polen und Herzog zu Sachsen hatte auch Verbindungen zu Kaufbeuren, weshalb hier mit einem Konzert ebenfalls an ihn erinnert wird.

1774 besuchte Wenzeslaus erstmals die Grabstätte der Crescentia Höß in Kaufbeuren und war von den Berichten über ihr Leben und Wirken offenbar so beeindruckt, dass er im Jahr darauf deren Seligsprechung erfolgreich einleitete.

Bereits 1771 hatte er die Kaufbeurer Schriftstellerin Sophie von La Roche in Trier kennengelernt, deren Ehemann dort Geheimrat war.

Doch 1780 entließ der Kirchenfürst Georg Michael Frank von La Roche wegen kirchenkritischer Äußerungen, wodurch der literarische Salon von Sophie von La Roche ein plötzliches Ende fand. Zwei Jahre später begleitete Clemens Wenzeslaus als Bischof Papst Pius VI. auf seiner Reise von Augsburg über Kaufbeuren nach Füssen.

Doch während das Oberhaupt der katholischen Kirche vom Stadtsyndikus der konfessionell gespaltenen Freien Reichstadt auf der Poststelle eher kühl empfangen wurde, bekam Clemens Wenzeslaus auf dem Rückweg einen standesgemäßen Empfang vom Bürgermeister.

Liberaler Herrscher

Clemens Wenzeslaus wurde am 28. September 1739 auf Schloss Hubertusburg in Wermsdorf (Sachsen) als Sohn von Friedrich August II., Kurfürst von Sachsen und König von Polen, sowie der österreichischen Erzherzogin Maria Josefa geboren und war dadurch mit vielen Adligen in Europa verwandt.

Obwohl er eher als liberal galt, fegte auch ihn die Französische Revolution und die nachfolgende Säkularisation aus seinen Ämtern und kostete ihm Privilegien. Dennoch behielt er einen Teil seiner Vergünstigungen und seinen Sommersitz in Oberdorf.

Als er dort 1812 gestorben war und am 4. August, also genau vor 200 Jahren, beigesetzt wurde, reiste auch Maria Anna Thekla Mozart, die Cousine von Wolfgang Amadeus Mozart, zum Begräbnis in den Marktflecken.

Ihr Weg war nicht weit, denn im Februar 1812 war sie mit ihren Kindern nach Kaufbeuren gezogen, wo sie zwei Jahren lang am früheren Posthaus am Salzmarkt Jahre lebte. Begleitet wurde Mozarts 'Bäsle' bei der Kutschfahrt nach Oberdorf von ihrer Tochter Maria Josepha und der Kaufbeurer Familie Schropp.

Quelle: Clemens Wenzeslaus von Sachsen, Pamphlet von Karl Ilgenfritz, Kaufbeuren 2010.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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