Immenstadt / Ratholz
Immer mehr Berg- und Streuwiesen verwildern

Immer mehr Berg- und Streuwiesen im Allgäu verwildern. Darauf verwies gestern beim «Allgäuer Streuwiesentag» in Ratholz (Oberallgäu) Beppo Zeislmeier, Vorsitzender des Landschaftspflegeverbandes Ostallgäu. Denn die Produktionsbedingungen der bäuerlichen Betriebe ließen nicht mehr zu, «dass man wochenweise Gratisarbeit für die Gesellschaft macht.»

Das veränderte Berufsbild könne fatale Auswirkungen haben, warnte er vor 150 Landwirten. Dann nämlich, wenn sich die junge Generation weigere, die steilen Hänge oder die Streuwiesen weiter zu mähen, sofern sie nicht mehr Geld dafür bezahlt bekomme. Zeislmeier forderte einen deutlich besseren finanziellen Ausgleich für die Landschaftspflegearbeit der Bergbauern. Diese würden durch einen immer schärferen Wettbewerb an den Rand ihrer Existenz gedrängt.

«Nicht lamentieren, sondern organisieren» lautet die Devise von Herbert Seger, Vorsitzender des Landschaftspflegeverbandes Oberallgäu-Kempten. Dank des bayerischen Landschaftspflege-Förderprogrammes könne man in Zukunft deutlich mehr Landwirten sinnvolle Zuerwerbsmöglichkeiten bieten.

Ersatz für Stroh

Von der mühsamen Arbeit auf Streuwiesen kann der Leiter des Kemptener Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Dr. Alois Kling, ein Lied singen. Er bewirtschaftet selbst einen solchen Nebenerwerbshof in Pfronten. Als Praktiker verweist er darauf, dass die geerntete Streu ein kostengünstiger Ersatz für Stroh ist.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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