Bundeswehr kürzt bei Seelsorge

Kempten | johs | Nach neun Jahren ist die evangelische Militärpfarrerin Annegret Pfirsch gestern feierlich verabschiedet worden. Die 47-Jährige hatte mehrere Bundeswehrstandorte im Allgäu betreut. 'Ihre Weltoffenheit und ihre Leidenschaft für besondere Herausforderungen werden uns sehr fehlen,' erklärte Standortältester Dr. Christian Fürlinger bei der Abschiedsfeier in der Kemptener Artillerie-Kaserne. Pfirschs bisheriger Posten wird wegen des Stellenabbaus innerhalb der Bundeswehr eingespart.

Ihren Aufgabenbereich übernimmt zusätzlich der evangelische Militärpfarrer Werner Vogl, der neben seiner bisherigen Tätigkeit in der Generaloberst-Beck Kaserne in Sonthofen ab sofort auch für die Standorte Kempten und Füssen zuständig ist. Annegret Pfirsch übernimmt als Seelsorgerin in der Justizvollzugs-Anstalt Kempten eine 'reizvolle Aufgabe', wie sie sagt.

Im Oktober 1998 kam die gebürtige Münchnerin in die Kemptener Kaserne. Eine Entscheidung, die sie nie bereut habe: 'Als Gemeindepfarrerin hätte ich nicht so viele Kontakte zu jungen Leuten gehabt', erklärte Pfirsch. Unterricht in ethischen Grundfragen, Gottesdienste, Trauungen und Taufen zählten zu ihren Aufgaben. Daneben begleitete die 47-Jährige Soldaten zu Übungen im Ausland.

Aber auch Trauerarbeit gehörte dazu. Bis zur Schließung des Fliegerhorsts Memmingerberg betreute Pfirsch dort das Jagdbombergeschwader. Kurz nach ihrem Dienstantritt kamen zwei Soldaten bei einem Tornadoabsturz in Amerika ums Leben. 'Das war eine schwierige Zeit. Doch ich habe damals wichtige Erfahrungen gemacht, die mich sehr geprägt haben', sagte Pfirsch.

Mit dem Abschied von Pfirsch gehe gleichzeitig eine 'Ära in Kempten zu Ende', betonte Wolfgang Schulz, leitender evangelischer Militärdekan für Bayern. Die Umstrukturierungen der Bundeswehr seien nicht immer nachvollziehbar. 'Wenn man sieht was allein in Sonthofen los ist, frage ich mich schon, wie das in Zukunft machbar sein soll', erklärte der Militärdekan. Lobende Worte fand Schulz für die scheidende Pfarrerin: 'Sie wurde nicht nur von den Soldaten akzeptiert. Sie ist manchem sogar richtig ans Herz gewachsen.'

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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