Berliner Luft mit Allgäuer Würze

Von Günter Bartsch | Berlin Wer künftig in der Bayerischen Vertretung in Berlin den Kühlschrank öffnet, macht womöglich einen Schritt zurück. Denn ab sofort wird dort auch Weißlacker vorrätig sein. Ein richtiger 'Stinkerkäs', wird mancher sagen. Der Lieferant, die Allgäuland-Käsereien, umschreibt es in einem Pressetext blumiger: 'Die Allgäuer Käsespezialität besticht durch ihren sehr kräftigen und würzigen Geschmack.'

Aber auch solche Gäste der Landesvertretung, die einen milderen Geschmack bevorzugen, dürften auf ihre Kosten kommen: Neben dem Weißlacker aus der Sonthofer Allgäuland-Käserei gibt es in der Hauptstadt-Filiale des Freistaats in Zukunft auch Allgäuer Emmentaler und Oberstdorfer Bergkäse. So kommt typische Allgäuer Würze in die bekannte Berliner Luft.

Initiator des neuen Angebots für die rund 40 000 jährlichen Gäste der Vertretung ist der Kemptener Bundestagsabgeordnete und Parlamentarische Staatssekretär im Agrarministerium, Dr. Gerd Müller. Nach Gesprächen mit der Landesgruppe - den bayerischen CSU-Abgeordneten im Bundestag - sei es gelungen, Staatskanzlei und Landesvertretung den Allgäuer Käse als kulinarischen Botschafter Bayerns schmackhaft zu machen. Den 'Kennern' in der Landesgruppe sei schon lange aufgefallen, dass die angebotenen Käsesorten nicht aus der Heimat stammten, so Müller.

'Ein Stück Heimat'

Das Gefühl von Landesgruppenchef Peter Ramsauer, in der Landesvertretung 'ein Stück Heimat' gefunden zu haben, könnte sich diese Woche verstärkt haben. Denn die nach der Käse-Präsentation in der Bayerischen Vertretung tagende Landesgruppe kam in den Genuss einer weiteren Allgäuer Spezialität: Kässpatzen. Deren Zubereitung überließ Gerd Müller jedoch nicht dem Koch der Landesvertretung: 'Er ist ein guter Koch, aber Kässpatzen kann er nicht.'

Landfrauen statt Koch

Müller holte sich stattdessen drei Landfrauen aus der Heimat: seine Schwester Cilli Ruf, Bezirksbäuerin Anni Fries und Juliane Sturmer. Zu den Bekochten zählten unter anderem CSU-Chef Erwin Huber und Kanzleramts-Sprecher Ulrich Wilhelm, die sich von den Fotografen mit der bayerischen Milchkönigin Christa Rappensberger ablichten ließen. Mit ihr und Maximilian Rimpp, dem Geschäftsführer des Vermarkters Allgäuland Frische, hat Gerd Müller schon PR-Erfahrung: Im Oktober warben die drei auf der Kölner Ernährungsmesse Anuga für Allgäuer Milchprodukte.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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