Ärzte zufrieden über Einigung

Sonthofenl feß l Mehrere Monate lang drohten auch im Allgäu die Hausärzte damit, ihre Kassenzulassungen zurückzugeben und somit aus der Kassenärztlichen Vereinigung auszusteigen. Damit wollten sie einen Systemwechsel erzwingen. Die Ärzte protestierten gegen ihrer Ansicht nach zu geringe Honorare und das drohende Aus der hausärztlichen Versorgung.

Mindestens 70 Prozent der Mediziner hätten zu diesem Schritt bereit sein müssen, damit der Boykott wirksam geworden wäre. Zunächst wurde die Frist für die Rückgabe der Kassenzulassung von Ende März auf Ende Juni verlängert, nun gibt es gar keinen fixen Termin mehr. Zeitweise waren im Allgäu zwischen 50 und 60 Prozent der Mediziner dazu bereit, ihre Kassenzulassung an die Krankenkassen zurückzugeben.

Derzeit würden das noch rund 45 Prozent der Allgäuer Hausärzte tun. Diese Zahl schätzt der Sonthofener Allgemeinmediziner Dr. Marco Conradi vom Oberallgäuer Hausärzteverein. Grund für den Rückgang ist auch die Einigung der Krankenkassen mit der Kassenärztlichen Vereinigung. «Ich bin absolut zufrieden mit der Einigung. Die grundsätzliche Forderung der Hausärzte wurde erfüllt», so Conradi.

Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen und die kassenärztliche Bundesvereinigung haben sich darauf geeinigt, dass die Vergütung der niedergelassenen Ärzte ab dem nächsten Jahr um mindestens 2,5 Milliarden Euro steigen soll.

Kein Druckmittel mehr

Der «Korb» mit den zurückgegebenen Kassenzulassungen, sagt Conradi, wird jedoch weiter bestehen. «Doch er ist im Moment kein Druckmittel mehr.Wir warten jetzt erst einmal ab, ob die Zusagen der Krankenkassen eingehalten werden», so der Allgemeinmediziner. Wie viel mehr die Ärzte im Allgäu tatsächlich bekommen werden, kann Conradi nicht sagen. «Da wir im Moment besser verdienen als beispielsweise die Kollegen in Berlin, wird dorthin mehr Geld fließen», vermutet Conradi.

Er schätzt, dass bei den Allgäuer Ärzten etwa eine Steigerung beim Einkommen von fünf Prozent ankommen wird.

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