2G und 2G Plus in Bayern
Nach Entscheidung der Landesregierung: Erleichterung in der Gastronomie, Frust in der Kultur

Für Gastro-Betreiber wie Anton Rothärmel bedeutete es einen großen Mehraufwand, die 2G-Regelung umzusetzen. Allerdings ist er froh, überhaupt Gäste bedienen zu können.
  • Für Gastro-Betreiber wie Anton Rothärmel bedeutete es einen großen Mehraufwand, die 2G-Regelung umzusetzen. Allerdings ist er froh, überhaupt Gäste bedienen zu können.
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Viele Bayerische Restaurantbetreiber sind erleichtert über die Entscheidung der Landesregierung, die 2G-Regelung in Restaurants beibehalten wird. In der Kulturbranche sieht das jedoch anders aus. Bei Veranstaltungen, wie Theater, Kino oder Konzerten, gilt 2G Plus. Bei einigen Kulturschaffenden sorgt das für Unverständnis.

Hat mit Normalität nicht viel zu tun

Die 2G Plus Regel in der Kulturbranche habe mit Normalität nicht viel zu tun, so die Meinung vieler Kulturschaffenden. Dass es allerdings auch anders geht, beweist das Stadttheater Kempten. Es hat sein Programm entsprechend den Corona-Regeln angepasst, so die Intendantin Silvia Armbruster. "Wir gehen lieber kreativ damit um, mit diesem Rahmen, und versuchen mit unserem Publikum Lösungen zu finden, wie wir sie setzen können, wie wir die Veranstaltungen durchführen können", so Armbruster weiter. Dabei würden auch neue Formate erfunden, wie das Konzept mit nur einem Schauspieler bzw. einer Schauspielerin und ein oder zwei Zuschauern. Die Intendantin hält diese Lösung für sinnvoller, anstatt Energie zu verbrauchen im Anrennen gegen die Regeln. 

Riesenaufwand für Gastwirte

Anton Rothärmel, Betreiber des Mohrenwirt in Kranzegg im Oberallgäu, kann den Frust durchaus verstehen. Für ihn selbst war die Entscheidung der Bayerischen Landesregierung, 2G in der Gastronomie beizubehalten eine positive Überraschung. "Das ist für uns natürlich eine Riesenerleichterung, dass kein 2G Plus kommt. Wir haben eh schon einen Riesenaufwand wegen der ganzen Kontrolliererei, dann noch 2G Plus dazu wäre wieder mehr Aufwand." Der Gastronom ist zudem der Meinung, dass sich viele Gäste nicht testen lassen würden, nur um Essen gehen zu können. Für Rothärmel, wie auch für andere Gastronomen wäre 2G Plus einem finalen Todesstoß gleichgekommen, so der Gastronom im Interview. 

Hoffnung auf 3G in Restaurants

Auch wegen der Gäste sei die Umsetzung der Corona-Regeln sehr schwierig, so Rothärmel weiter. "Wir haben doch einige Gäste, die immer wieder diskutieren. Wir haben viele Gäste, die ihre Ausweise vergessen". Viele Gäste wollen auch ihre Ausweise nicht zeigen, die wenigsten zeigen den Impfnachweis unaufgefordert vor. Immerhin gibt es nun für Gastwirte und ihre Gäste endlich etwas mehr Klarheit, was die Corona-Regeln betrifft. Viele Gastronomen hoffen sogar, dass die 3G-Regelung wieder eingeführt wird. Anton Rothärmel erwartet das allerdings nicht, zumindest nicht in nächster Zeit. Er sei einfach nur froh, überhaupt Gäste bewirten zu können.

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