Allgäuer Zeitungsverlag
Geschäftsführer Markus Brehm vor dem Marketing Club Allgäu über den Wandel des Medien-Unternehmens

In der Seemannssprache würde man sagen: Der Allgäuer Zeitungsverlag (AZV) lief am 13. Dezember 1945 vom Stapel. Dann durchpflügte die Allgäuer Zeitung als großer Tanker jahrzehntelang die Nachrichtenmeere. In den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts setzte ein rapider Wandel der Medienlandschaft ein. Daraufhin änderte der AZV Stück für Stück seine Taktik.

Heute ist die Allgäuer Zeitung und ihre Heimatausgaben Memminger Zeitung, Buchloer Zeitung, Allgäuer Anzeigeblatt und Der Westallgäuer immer noch das Flaggschiff des Unternehmens. Begleitet wird es inzwischen aber von stattlichen Beibooten, sprich Tochterunternehmen, die in den Bereichen Online, Hörfunk, Fernsehen, Marketing, Veranstaltungen, Buch- und Fachzeitschriftendruck sowie Briefzustellung tätig sind.

Der schwere Tanker von einst präsentiert sich heute als leichter Flottenverband aus wendigen Schiffen. Dieses nautische Bild verwendete AZV-Geschäftsführer Markus Brehm bei seinem Referat 'Zukunftskonzept der Allgäuer Zeitung' vor den Mitgliedern des Marketing Club Allgäu.

950 Mitarbeiter (davon 99 Auszubildende), über 1600 Zeitungs- und Postausträger, 108 Millionen Umsatz im Jahr 2012: Brehm nannte während seines Vortrags ein paar Eckdaten des AZV und seiner Tochterfirmen. Und er erwähnte auch die 18 Millionen Euro Gesamtinvestition für die neue Zeitungsdruckmaschine 'Colorman e:line' von Manroland.

Die digitalen Kanäle gewinnen zunehmend Abonnenten

Warum überhaupt eine neue Zeitungsrotation, wo der Markt doch rückläufig ist? 'Wir glauben weiter an das gedruckte Wort - und seine Weiterentwicklung in digitaler Form', sagte Brehm. Die Zeitung auf Papier wird zwar Leser verlieren. Aber dafür gewinnen die anderen Kanäle, wie etwa das digitale E-paper oder die App mit fast schon 4000 Abonnenten.

Wie sich die Arbeit der Journalisten ändern wird, darüber sprach der neue Redaktionsleiter der Allgäuer Zeitung, Ulrich Hagemeier: 'Früher haben wir anlassbezogen berichtet. Heute machen wir das viel stärker themenorientiert.' Deshalb werden die Redakteure stärker auf die Menschen zugehen und stets fragen: Worüber reden die Leute heute in der Stadt - und worüber morgen?

Dass Zeitung nicht nur auf Papier funktioniert, sondern auch auf dem PC, auf dem iPad oder dem Tablet - davon ist Hagemeier überzeugt. Wobei das Internet das 'Was-Medium' mit der schnellen Information über aktuelle Ereignisse ist und die Zeitung sich zum 'Warum-Medium' entwickeln werde mit mehr Hintergründen, Analysen und Kommentaren.

Wie sich die Marke Allgäuer Zeitung weiterentwickelt hat, zeigte Brehm anhand des neuen Logos. Bis vor Kurzem wurden noch viele verschiedene dieser Erkennungszeichen im redaktionellen Teil und im Anzeigenbereich verwendet. Jetzt gibt es nur noch ein Logo: klarer weißer Schriftzug 'Allgäuer Zeitung' auf blauem Grund.

Werbe-Kombinationen in Print, Online, Radio und Fernsehen

Brehm nutze vor dem Marketing Club auch die Gelegenheit, auf das moderne Werbekonzept hinzuweisen. Für Kunden sind Kombinationen auf allen Kanälen möglich - in Fernsehen.

Der neueste Clou ist der er Medien Kiosk“ auf dem Tablet-Computer, bei dem beispielsweise ein Trachtengeschäft seine ganze Dirndl-Kollektion hinterlegt, die der User auf dem iPad oder Tablet dann ganz nach Belieben öffnen und betrachten kann.

Oder ein Gasthaus stellt jetzt schon sein Weihnachtsmenü hinein und bietet dazu gleich noch ein Video an, wie das Mahl gekocht wird. 'Es gibt eigentlich keine Grenzen. Wählen Sie einfach die Zutaten aus', ermunterte Brehm die Geschäftsleute, diese Revolution in der Werbung mal auszuprobieren.

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