Kaufbeuren
Tower Stars sind im Penaltyschießen cleverer

Immerhin einen Punkt konnten die Buron Joker vor 1.562 Zuschauern dem Tabellenvierten Ravensburg Tower Stars abknöpfen und unterlagen 3:4 nach Penaltyschießen. Doch an diesem Abend wäre für die Mannen von Coach Ken Latta bei besserer Chancenverwertung durchaus ein Dreier im Bereich des Möglichen gewesen. Für den verletzten Mats Lindmark verteidigte erneut Marc Stotz. Das Spiel begann denkbar ungünstig. Bereits nach 28 Sekunden musste Kapitän Emil Ekblad auf die Strafbank. Und die Tower Stars ließen sich nicht lange bitten. Andreas Kruck verwertete einen Paß von Ben Thomson, der hinter dem Tor gelauert hatte.

Es dauerte einige Zeit, bis sich die Joker von diesem Schock erholt hatten. Nach knapp zehn Minuten fehlte Toni Saal ein wenig das nötige Glück, als er sich gut durchtankte. Beinahe wäre bei Kaufbeurer Überzahl bereits das 0:2 gefallen, als Daniel Oppolzer ausrutschte und Christopher Oravec allein auf Thomas Tragust zufuhr. Doch der Kaufbeurer Goalie entschärfte diese gute Möglichkeit souverän.

Gegen Ende des Drittels wurden die Gastgeber immer stärker und drängten auf den Ausgleich. Doch weder Topscorer Jordan Webb noch Daniel Oppolzer und Petr Sikora konnten den gut aufgelegten Gästegoalie Christian Rohde bezwingen.

Im zweiten Drittel setzten die Joker ihren Sturmlauf fort. Doch der Puck wollte einfach nicht den Weg ins Tor finden. Erneut Sikora und Oppolzer fanden ihren Meister im Ravensburger Goalie. Zu allem Überfluß stand erneut Oppolzer der Pfosten im Weg.

Der Gästetorhüter stand auch in den nächsten Minuten im Mittelpunkt. Immer wieder bewahrte er seine Mannschaft vor dem hochverdienten Ausgleich. Ravensburgs Coach Peter Draisaitl wurde es mittlerweile zu bunt. Aufgrund des großen Drucks der Gastgeber nahm er nach 30 Minuten eine Auszeit, um seine Mannschaft wach zu rütteln. Dies nahm Gästestürmer Ash Goldie allerdings zu wörtlich, als er Rob McFeeters brutal in die Bande rammte und für diese Aktion eigentlich mehr als nur die gnädigen zwei Strafminuten verdient gehabt hätte.

Doch die Joker bestraften dies sportlich. Mike Wehrstedt sorgte im Nachschuß für den hochverdienten Ausgleich. Und die Joker wollten unbedingt nachlegen. Doch immer wieder zeigte sich Torhüter Rohde auf dem Posten.

Und so gingen die Gäste wie aus dem Nichts erneut in Führung. Torschütze Ash Goldie, der eigentlich gar nicht mehr auf dem Eis hätte stehen dürfen, überwand Thomas Tragust nach einer guten Kombination zum 1:2. Doch die Joker ließen sich davon überhaupt nicht beirren. Immer wieder brachten sie die Abwehr der Tower Stars in Verlegenheit, die sich ihrerseits meist nur durch Fouls zu helfen wußte. Wenige Minuten vor Drittelende wanderten innerhalb weniger Sekunden gleich zwei Gästeakteure auf die Strafbank. Nach einem schönen Querpaß vors Tor durch Sikora lenkte Shane Endicott den Puck ins eigene Tor zum für die Joker umjubelten Ausgleich. Beinahe wären die Joker im zweiten Drittel sogar noch in Führung gegangen. Doch erneut hatte Goalie Rohde etwas dagegen.

Zu Beginn des Schlußabschnitts holte die neuformierte dritte Angriffsreihe erneut eine Strafzeit heraus. Zwar lief das Powerplay der Joker optisch gut zusammen, doch Zählbares sprang leider nicht heraus. Doch als die Tower Stars wieder komplett waren, schlugen die Joker doch noch eiskalt zu. Daniel Oppolzer fälschte eine scharfe Hereingabe von Emil Ekblad zur erstmaligen Führung ins Tor ab.

Direkt danach legten die Gäste einen Zahn zu und machten ordentlich Druck. Nachdem Goldie nur die Latte getroffen hatte, war Shane Endicott diesmal auf der richtigen Seite zur Stelle und glich in Überzahl den Spielstand zum 3:3 wieder aus. Kurz davor zeigte das unsichere Schiedsrichter-Trio wenig Fingerspitzengefühl. Hatte doch auf der Gegenseite noch Ravensburg Goalie Rohde für eine ähnliche Aktion wie Jakub Körner keine Strafzeit erhalten.

Doch die Joker sollten noch die große Chance zum erneuten Führungstreffer erhalten. Schiedsrichter Franz, vielleicht mit schlechtem Gewissen, bescherte den Kaufbeurern eine über 90 sekündige doppelte Überzahl. Doch mehr als ein Pfostenschuß von Jakub Körner sprang dabei leider nicht heraus.

Sechs Minuten vor dem Ende hätte Mike Wehrstedt fast noch für den Siegtreffer gesorgt, als er einem Ravensburger Verteidiger die Scheibe stibitzte. Die letzten Minuten versuchten die Joker noch einmal alles und setzten sich im Ravensburger Drittel fest. Doch mehrere Nicklichkeiten der Gäste blieben vom Schiedsrichter unbemerkt. Dieser wollte in der Endphase wohl kein Foulspiel mehr pfeifen.

Auch in der anschließenden Verlängerung waren die Kaufbeurer das aktivere Team. Doch leider wollte nichts Zählbares mehr gelingen. In der Overtime stellte Schiedsrichter Franz plötzlich Kapitän Emil Ekblad vom Eis, nachdem er zuvor noch mehrere Aktionen der Gäste durchgehen ließ. Mit viel Einsatz und auch Glück überstanden die Hausherren diese kritische Phase und retteten sich ins Penaltyschießen, das bekanntlich nicht zu den Stärken der Mannen um Coach Ken Latta gehört.

Und so scheiterten auf Kaufbeurer Seite alle drei Schützen, während Peter Boon für den Zusatzpunkt für die Gäste sorgte. Ravensburgs Coach Peter Draisaitl zeigte sich in der anschließenden Pressekonferenz sehr zufrieden mit den zwei Punkten. Seine Mannschaft hätte einige dumme Strafzeiten kassiert, sei aber für die harte Arbeit und den Kampf belohnt worden.

Ken Latta wollte keinen Kommentar zum Schiedsrichter abgeben. Zwei grobe Fehler hätten die ersten beiden Gegentreffer begünstigt. Außerdem bedauerte er, dass sein Team die guten Chancen zu wenig genützt habe. Dennoch bescheinigte er seinem Team eine gute Moral.

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