Buchloe
Pirates gewinnen rasantes Derby

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500 Zuschauer, rasantes, hochklassiges Bayernliga-Eishockey mit vielen Torchancen auf beiden Seiten, Nervenanspannung bis zum entscheidenden Penalty - das Derby der Buchloer Pirates gegen die Indians des ECDC Memmingen hatte am Freitag alles zu bieten. Was jedoch fehlte, waren überharte, unfaire Aktionen. Nur je zehn Strafminuten mussten die sicher leitenden Schiedsrichter aussprechen.

Nach dem leistungsgerechten 2:2-Unentschieden (1:1, 1:0, 0:1) über 60 Minuten hatten die Buchloer im Penaltyschießen das glücklichere Ende für sich. Dank Tobias Kastenmeiers Treffer gewannen die Cracks von Trainer Norbert Zabel ihr erstes Penaltyschießen in der laufenden Saison, nachdem sie schon dreimal das Nachsehen hatten.

Die Hausherren erspielten sich zu Beginn etwas mehr Spielanteile, doch auch die Gäste aus Memmingen tauchten immer wieder gefährlich vor Torhüter Florian Warkus auf. Mit einem im Nachschuss erzielten Tor brachte Buchloes US-Amerikaner Thomas Fortney seine Farben in Führung (11.). Ab der 17. Minute hatten die Pirates beim ersten Überzahlspiel die nächste Gelegenheit, die Führung auszubauen.

Der Schuss ging jedoch nach hinten los: Mit einem tollen Steilpass lancierte Memmingens Martin Jainz seinen Kollegen Mike Dolezal, der allein vor Warkus zum 1:1-Ausgleich verwandelte (18.).

Kaum zu überwinden

Ansonsten war Warkus für die Memminger an diesem Abend schier nicht zu überwinden. Vor allem im zweiten Spieldrittel entschärfte der Buchloer gleich reihenweise beste Möglichkeiten der Indians. Nach einem Schuss von der blauen Linie verwertete dafür Buchloes Peter Westerkamp den Abpraller volley aus der Luft zum 2:1 (36.). Die Memminger reklamierten heftig auf «hohen Stock». Da Westerkamp sein Werkzeug bestenfalls auf Brusthöhe einsetzte, war das Tor aber völlig korrekt. Ganze zwei Sekunden vor Drittelende leistete sich Memmingens Keeper Vetter einen Fauxpas, als er vor seinem Kasten den Puck verlor.

Für Fortney war lediglich der Winkel schon zu spitz, um noch einnetzen zu können.

Die schief gelaufene Aktion trug bei Memmingens Trainer Klaus Micheller vermutlich dazu bei, im Schlussdrittel seinen zweiten Tormann Dominik Wagner aufs Eis zu beordern. Wagner hatte seinen Platz gerade einmal zwölf Sekunden eingenommen, da wurde er von einem Pfostenknaller Westerkamps «wach geklingelt». In der Folge übernahmen wieder die Memminger die Regie und drängten vehement auf den Ausgleich, dem jedoch Warkus im Weg stand. In der 43. Minute rettete er gegen Markus Kerber und gegen Dolezal musste er sein Bein extrem «lang machen» (45.). Dabei verletzte sich der Keeper im Leistenbereich und musste acht Minuten vor Spielende seinen Arbeitsplatz räumen.

Zum «denkbar ungünstigsten Zeitpunkt», wie Zabel nach dem Spiel meinte, hatte Buchloes zweiter Keeper Fritz Hessel den entscheidenden Platz in der Abwehrschlacht einzunehmen.

Umstrittene Strafzeit

Kurz vor dem Torwartwechsel hätte Tobias Kastenmeier die Situation für Hessel entspannen können: In Unterzahl vergab er völlig frei vor dem Memminger Gehäuse. So kam es, wie es kommen musste: Nach einer umstrittenen Strafzeit für Westerkamp nutzte Jainz die nummerische Überlegenheit, um den Ausgleich zu erzielen (56.).

In der Schlussminute nahm Micheller eine Auszeit, um sogar noch den Siegtreffer zu erzwingen. Es blieb aber beim 2:2 und im Penaltyschießen fiel erst nach jeweils sechs Schützen die Entscheidung zugunsten der Pirates. Buchloes Trainer Zabel war zwar mit dem Spiel und der Leistung seines Teams zufrieden, trauerte aber dennoch dem verlorenen Punkt nach.

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