Füssen
Angriff aus dem Hinterhalt

Die Verantwortlichen des EV Füssen sind Einiges gewohnt - einer derart heftigen Attacke war die Vereinsführung indes noch nicht ausgesetzt: Am Rande des Heimspiels gegen den EC Peiting tauchte im Stadion ein Flugblatt auf, das die Handelnden am Kobelhang persönlich verunglimpft. Unter der Überschrift «Jürg Tiedges zwanzig Punkte: Wie ruiniere ich einen Eishockeyverein - meine Schritte zum Erfolg» werden der geschäftsführende Vorstand, Entscheidungsträger sowie Trainer des Oberligisten teils unter der Gürtellinie attackiert. In 20 Punkten werden den Verantwortlichen schwere Verfehlungen bis hin zur Bilanzfälschung vorgeworfen. «Wir sind geschockt und sprachlos», sagt der angegriffene Jürg Tiedge. Obwohl das Papier, das im Stadion verteilt wurde, keinen Verfasser ausweist, wird der Verein wohl rechtlich dagegen vorgehen.

«Solche Diffamierungen gehen an die Substanz, an die Gesundheit», beschreibt Siegfried Lecher, Steuerberater und Beirat des EV Füssen. Ihn verärgern vor allem unterschwellige Vorwürfe, dass es in Sachen Finanzen beim Verein nicht mit rechten Dingen zugehen soll. So prangern die Verfasser der Schrift an, dass alle Einnahmen des Vereins über die Penalty Sportmarketing GmbH laufen, in der sich Tiedge als Geschäftsführer zudem ein üppiges Gehalt zahlen würde. «Hier lässt man einem Menschen nicht einmal das Recht zu leben. Das ist eine Riesensauerei», sagt Lecher. Zumal es den EV Füssen ohne diese Sportmarketing GmbH, über die einzig die Vermarktung der Werbung läuft, so nicht mehr gäbe. Eine Vergütung sei zudem «absolut legitim», so Lecher, da Tiedge für seine ehrenamtliche Tätigkeit im Verein kein Geld erhält.

Erfolg nicht um jeden Preis

Im Gegenteil: Der Überschuss dieser Gesellschaft fließe in vollem Umfang dem Verein zu. Und eine Einsicht in die Bücher sei entgegen des Vorwurfs über das Handelsregister zu jeder Zeit möglich. «Die Äußerungen des Verfassers zeugen von Unkenntnis, sind geschäftsschädigend, bösartig - und einfach nur niederträchtig», so Tiedge. Dazu gehöre auch, ihm und seinen Kollegen Ahnungslosigkeit zu unterstellen und zu behaupten, dass Erfolg unerwünscht sei. «Alle Verantwortlichen, ob Vorstand oder Trainer, sind Fachleute und wollen natürlich Erfolg - aber eben nicht um jeden Preis», so Tiedge zu dem Vorwurf.

«Diese Verleumdungen sind mehr als enttäuschend, ziehen runter - und tun weh», so der 58-Jährige. Der EV Füssen habe rechtliche Schritte geprüft und werde nächste Woche Strafanzeige stellen. Erste Hinweise auf mögliche Verfasser der Schrift liegen dem Verein bereits vor. (map)

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