Zum Wohl des Schutzwaldes sitzen alle an einem Tisch

Bad Hindelang-Hinterstein (ho). - Der rund 350 Hektar große Schutzwald an den bis zu 45 Grad steilen, nach Süden ausgerichteten Hängen unmittelbar über Hinterstein zählt schon an die 350 Jahre und ist völlig überaltert; Sturm und Borkenkäfer haben ein Übriges getan. So kann der Wald heute seine für die Menschen überlebenswichtige Schutzfunktion gegen Lawinen, Steinschlag und Erosion nicht mehr erfüllen. Aber trotz aufwändiger Pflanzungen und technischer Verbauungen - Forstverwaltung und Wasserwirtschaftsamt haben in den vergangenen 15 Jahren 2,5 Millionen Euro investiert - ist die Verjüngung des Schutzwalds wegen hoher Verbissschäden bis heute nur ungenügend. In dieser gefährlichen Situation hat sich in dem idyllisch gelegenen Bergdorf - 474 Einwohner, 631 Gästebetten - so Ungewöhnliches getan, dass Prof.

Michael Suda vom Lehrstuhl für Forstpolitik und Forstgeschichte der Technischen Universität München mutmaßt, es sei in einem solchen Bereich 'wahrscheinlich weltweit erstmalig': In einem 'Mediations-Verfahren' haben Vertreter aller relevanten gesellschaftlichen Gruppen und Behörden um die beste Lösung des Wald-Wild-Konfliktes 'gestritten' - und tragen nun auch das Ergebnis gemeinsam. Dieses sieht unter anderem vor, künftig weite Teile des Bergmassivs durch höheren Abschuss-Plan, Jagdzeit-Verlängerung und Nachtjagd-Erlaubnis von Rotwild und Gämsen freizuhalten. Gleichzeitig sind weitere Pflanzungen geplant. Einschränkungen gibt es auch für den Tourismus, um die Ausübung der Jagd nicht zu beeinträchtigen. So gilt in dem Gebiet das DAV-Projekt 'Skitouren gehen - umweltgerecht'. Auch sollen Skitouren- und Eiskletter-Routen aus Führern gestrichen werden. Veranstalter von Outdoor-Aktivitäten sollen auf Aktionen und die Bundeswehr auf Übungsflüge im Projektgebiet verzichten.

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