Wünsche, Schmerzen, Glück

Pfronten (ves). - Der Unterschied ist die Zeit: Sieger Peter Presslauer bewältigte beim Mountainbike-Marathon in Pfronten die rund 1900 Höhenmeter auf 50 Kilometern in 2 Stunden und 34 Minuten. Er war der schnellste von rund 600 gestarteten Sportlern. Über 500 kamen ins Ziel, die letzten nach über acht Stunden. Doch die Probleme, die Wünsche, der Ärger, die Schmerzen, die Freuden und das Glück der Radler waren oftmals die gleichen. Zum Beispiel das Problem mit einem platten Reifen: Schon auf dem ersten Kilometer, noch im flachen Gelände, waren Pechvögel zu sehen, die ihren Schlauch wechseln mussten. Doch das blieb auch dem späteren Sieger nicht erspart: Auf der holprigen Strecke hinab vom Bärenmoos ging Peter Presslauer die Luft aus. Und das, wo er sich kaum am hier noch führenden Andy Weiß hatte halten können. Zum Beispiel der Wunsch, der Berg möge kleiner sein: Am häufigsten spukte dieser Gedanke in den Köpfen vieler Hobby-Sportler am letzten Anstieg, zum Breitenberg hinauf. Fast 700 Höhenmeter am Stück. Und da wünschte sich auch Weiß (Steingaden), dieser Berg möge einen Kilometer kürzer sein. Zum Beispiel der Ärger, überholt zu werden: Weiß erkannte, dass von hinten Peter Presslauer an ihn heran kommt - konnte aber nicht dagegen halten.

'Das hat mich schon richtig geärgert', meint er. Vielleicht ungefähr so sehr, wie die kaputte Gabel an seinem Rad, die immer gescheppert hat. Aber immerhin, es war ja ein Teamkollege, der ihn überholt hat, da hielt sich der Ärger doch eher in Grenzen als vielleicht bei manchem Hobbysportler, der von seinem Kumpel überholt worden ist. Zum Beispiel die Schmerzen: Von Krämpfen wurden viele Radler geplagt, auch Stürze gab es. Andy Weiß, entkräftet wie er war, legte er sich gleich zu Beginn der Abfahrt vom Breitenberg samt Fahrrad hin und rollte als Zweitplatzierter mit blutigem Knie ins Ziel. Zum Beispiel die Freude über das Publikum und die Verpflegung: So viele Zuschauer waren auf der ganzen Strecke verteilt, dass die Radler ganz selten ohne Aufmunterung unterwegs waren. Das 'tolle Publikum' und die gute Verpflegung und Organisation lobte auch die schnellste Allgäuer Frau, Andrea Lutzenberger aus Kempten. Zum Beispiel das Glück im Ziel (und mit dem Wetter - es war warm und trocken). Nach schwierigen Abfahrten, anstrengenden Schiebepassagen durch Schneefelder, über eigens zum Schutze des Bodens ausgelegte Vliesbahnen und nach kräfteraubenden Anstiegen waren im Ziel die meisten glücklich. Zumindest die Sieger: Peter Presslauer, der Profi aus Vils sowie Andy Weiß und Siegfried Tröndle bei den Männern, die Österreicherin Doris Posch (in 3:10 Stunden), Andrea Lutzenberger und Sofie Berkmiller aus Marktoberdorf bei den Frauen. Glücklich auch die Veranstalter. Die vielen Helfer haben vorbildlich gearbeitet. Sie haben alle Radler unterstützt, die ganz schnellen und die langsameren.

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