Wissen nicht mehr, wovon wir leben sollen

Kaufbeuren/Kempten/Marktoberdorf (rm). - 'Die treiben die Leute doch förmlich unter die Brücken', schimpft eine ehemalige Mitarbeiterin der Personal-Service-Agentur Maatwerk. Seit Ende Dezember hat sie keinen Cent mehr bekommen, ebenso wie rund 40 weitere Betroffene aus dem gesamten Allgäu. Wovon sie leben sollen, wissen sie nicht mehr. Das Arbeitsamt verspricht inzwischen unbürokratische Hilfe. Die Kaufbeurer Filiale der Firma Maatwerk stellte vergangenes Jahr rund 40 Arbeitslose aus dem kaufmännischen Bereich an, um sie als Leiharbeiter weiterzuvermitteln. Überwiegend handelte es sich dabei um Frauen um die 50 Jahre. Sie erhielten einen ordentlichen Arbeitsvertrag und Gehalt. Arbeit hatten sie freilich weiterhin keine. Denn ebenso wenig wie sie selbst vorher oder die zuständigen Arbeitsämter fand auch Maatwerk keine Beschäftigung für die Menschen. Vor kurzem brach das System, das auf einem Hartz-Konzept beruht, zusammen.

Maatwerk stellte Insolvenzantrag. Die Beschäftigten hatten zuletzt am 31. Dezember Geld bekommen. Nun können viele ihre Miete nicht mehr bezahlen und müssen Angehörige oder Nachbarn um Hilfe bitten. 'Wir müssen Schulden machen und wissen gar nicht, wie wir diese wieder zurückbezahlen sollen', beklagt eine Frau. Bei manchen betroffenen alleinerziehenden Müttern spielten sich regelrechte Dramen ab, berichtet eine Betroffene. Der Chef des Kaufbeurer Arbeitsamtes, Gerhard Funke, hat Verständnis für die Not der Menschen. Er rät ihnen, fristlos bei Maatwerk zu kündigen und sofort Arbeitslosengeld oder -hilfe beim zuständigen Arbeitsamt zu beantragen. Die Gesuche würden schnell und unbürokratisch bearbeitet. Die Mitarbeiter in den einzelnen Ämtern wüssten inzwischen gut Bescheid. Allerdings könnten die Maatwerk-Beschäftigten dadurch etwas Geld verlieren, weil sie auf das etwas höhere Insolvenzgeld verzichten müssten. Mit diesem sei aber frühestens im April zu rechnen.

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