Wirtschafts-Vertreter: Ein Schlag ins Gesicht

Memmingerberg (hku). - Beim Memminger Industrie- und Handelsgremium (IHG) herrscht Enttäuschung darüber, dass sich 'ein wirtschaftspolitischer Hoffnungsschimmer in Gestalt eines Flughafen-Standortes Memmingerberg in Nichts aufzulösen droht', wie es Vorsitzender Gerhard Pfeifer ausdrückt. Die überraschenden Pläne für eine zivile Mitnutzung des Bundeswehr-Flughafens Lagerlechfeld seien 'ein Schlag ins Gesicht' der Initiatoren aus der Wirtschaft, die sich um einen Allgäuer Flughafen bemühen. Ungeachtet dessen läuft das Genehmigungs-Verfahren für Memmingerberg weiter. Die Diskussion um Lagerlechfeld 'trifft uns unvermittelt', sagt Pfeifer. Der Memminger SPD-Landtagsabgeordnete Herbert Müller, der sich für eine eingeschränkte fliegerische Nutzung in Memmingerberg ausgesprochen hatte, spricht von einem 'eigenartigen Umgang' der Staatsregierung mit der heimischen Wirtschaft. IHG-Chef Pfeifer bezeichnet das drohende Aus für einen Allgäuer Flughafen als 'Rückschlag'. Er fordere alle politisch Verantwortlichen auf, 'durch Unterstützung in anderer Form' dies zu kompensieren. Pfeifer ist auch Gesellschafter der Memmingerberger Flugplatz-Betreibergesellschaft Air+Park Allgäu. Eine zivile Nutzung von Lagerlechfeld habe er bereits vor drei Jahren ins Gespräch gebracht, so der schwäbische SPD-Bezirkschef Herbert Müller. 'Damals hieß es, dass das definitiv nicht geht.

' Eine Lagerlechfelder Lösung hätte für Müller 'durchaus einen gewissen Charme, sowohl für den Augsburger als auch für den Allgäuer Raum'. Vor allem dann, wenn die B17 bis zur A96 hin ausgebaut sei. In der Flughafen-Frage sei eine 'heikle Situation' entstanden, sagt der stellvertretende Vorsitzende der Allgäu-Initiative, Eduard Leifert. 'Schließlich hat es in Memmingerberg bereits viele Aktivitäten gegeben.' Was eine Bewertung der möglichen Flughafen-Standorte betrifft, wolle er sich 'jetzt nicht aus dem Fenster lehnen', so der Lindauer Landrat. 'Wenn man etwas mehr weiß, werden wir uns in der Allgäu-Initiative eine Meinung bilden.' Für Johann Fleschhut, Vize-Chef des Tourismusverbandes Allgäu/Bayerisch-Schwaben, ist es zunächst einmal wichtig, dass überhaupt ein Zivilflughafen eröffnet. 'Die Erreichbarkeit eines Urlaubszieles wird immer wichtiger', sagt der Ostallgäuer Landrat. Aus Sicht seines Landkreises liege 'Lagerlechfeld ähnlich günstig wie Memmingerberg'. Auf das Genehmigungs-Verfahren für einen Flughafen Memmingerberg hat die aktuelle Diskussion derzeit noch keinen Einfluss. Wenn nicht die Air+Park Allgäu auf das Luftamt zukomme und etwa darum bitte, die Akten 'erst mal liegen zu lassen', wird die Behörde nach Angaben von Pressesprecherin Katrin Jahndel ganz normal weiterarbeiten. Der Zeitpunkt einer Entscheidung hänge davon ab, wie viele Einwendungen gegen das Vorhaben geschrieben werden. Die Frist läuft am Freitag ab.

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