Kaufbeuren / Garmisch
Winterjob auf der Zugspitze

Seit nunmehr fünf Jahren zieht es den Neugablonzer Wolfgang Rainer jeden Winter für mehrere Wochen auf die Zugspitze. Herrliche Sonnenaufgänge sind dort keine Seltenheit, während in den tieferen Lagen - auf 2000 Meter Höhe - die Wolken oft tagelang das Land bedecken. Hauptgrund für Rainers Anwesenheit auf dem höchsten Berg Deutschlands ist aber sein Bedürfnis danach, seine Kreativität auszuleben. Denn jedes Jahr nach Weihnachten entsteht etwas unterhalb des Gipfels ein Igludorf für bis zu 50 Gäste. Und Rainer gestaltet das Innere dieser vier bis acht Meter durchmessenden Häuser aus Schnee und Eis.

«Vor Jahren hatte eine Schweizer Firma Arbeitskräfte aus verschiedenen Bereichen für die Schaffung eines Igludorfes gesucht», berichtet der 63-Jährige. Der selbstständige Mechanikermeister und Elektrotechniker lebt eigentlich vom Schwimmbadbau für Privatleute. Genauer gesagt, von der Technik, die in diesen Schwimmbädern benötigt wird. «Das ist - neben einigen weiteren Aktivitäten - mein Broterwerb.»

Als gebürtiger Österreicher aus dem Salzburger Land habe er schon als Kind eine gewisse Nähe zum Thema Schnee gehabt. Auch als er mit 13 Jahren nach Neugablonz kam - seine Mutter stammt aus dem Sudetenland - ließ ihn das nicht mehr los. Mit seinen drei Söhnen baute er vor rund 25 Jahren im Winter erste Iglus. Dann folgten immer ausgefeiltere Objekte - riesige Schneerutschen oder Tunnel.

Schließlich las er in unserer Zeitung die besagte Notiz der Schweizer Firma. Er bewarb sich mit Fotomaterial seiner Bauwerke und Skulpturen - und wurde prompt genommen. Interessanterweise hatte sich sein Sohn Björn auch - unabhängig vom Vater - bei dem Projekt vorgestellt und wurde ebenfalls ausgewählt.

Die Iglus entstehen dadurch, dass man einen Ballon aufbläst, mittels einer Schneefräse mit Schnee beschichtet, stark verdichtet und dann die Luft aus dem Ballon herauslässt. Rainer zierte die Innenwände anfänglich gemäß der Vorgaben der Firma mit Herzen, Blumen.

Inzwischen gestaltet er ganze Themenräume: «Arabisch», «Römisch» oder «Alpstube» - und beleuchtet das Dorf mit LED-«Eis»-Leuchten anstatt mit Kerzen (diese würden die Innenwände verrußen). Die Iglus sind alle untereinander durch Tunnel verbunden. In den Iglus finden sich neben Betten auch Bars und sogar Toiletten.

Vergangenes Jahr weilte Rainer sieben Wochen auf der Zuspitze. Soviel werden es heuer wohl wieder. Auch Sohn Björn ist wieder dabei. Rainer freut sich auf die Arbeit in dem etwa siebenköpfigen Team. Die Iglus selbst halten in der Regel bis Ostern.

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