Kempten / Wangen
Wenn das Unfassbare passiert

Sie überbringen Todesnachrichten, spenden Trost und sind da, wenn das Unfassbare eintritt: die freiwilligen Helfer der Kriseninterventionsdienste (KID), die es in allen Städten und Landkreisen gibt.

Bei ganz schweren Unfällen würden automatisch von der Rettungsleitstelle auch die geschulten, ehrenamtlich arbeitenden Mitarbeiter des Kriseninterventionsdienstes alarmiert, erläutert der stellvertretende Chef der Rettungsleitstelle in Kempten, Walter Güthler.

Häufig aber sind es auch die eintreffenden Ersthelfer von Polizei, Feuerwehr oder einem anderen Hilfsdienst, die über die Rettungsleitstelle einen Helfer des KID anfordern.

«Wir haben Listen mit den diensthabenden KIDlern aus allen Landkreisen», sagt Güthler - die Kemptener Rettungsleitstelle ist für das gesamte Allgäu zuständig, mit Ausnahme der Stadt Memmingen und des Unteralllgäus.

Im Bedarfsfall könne dann schnell ein freiwilliger Helfer alarmiert werden. Die KIDler kommen vielerorts aus den Rettungsdiensten wie Johanniter, Rotem Kreuz oder Bergwacht. Auch Pfarrgemeinden der beiden großen Kirchen sind im Kriseninterventionsdienst aktiv.

Trauernde Eltern

Die organisierte psychologische Betreuung von Unfallopfern gibt es erst seit rund 15 Jahren. Im März 1994 gründete der Rettungsassistent Andreas Müller-Cyran beim Arbeiter-Samariter-Bund in München erstmals ein Kriseninterventionsteam. Zuvor hatte er erleben müssen, wie bei einem Straßenbahn-Unfall ein Kind ums Leben gekommen war und die unverletzten Eltern ohne fachliche Betreuung an der Unfallstelle zurückgelassen werden mussten.

Mitarbeiter in der Krisenintervention sind aber manchmal auch gefragt, wenn die Helfer selbst der Hilfe bedürfen: Zum Beispiel dann, wenn Einsatzkräfte einen besonders schlimmen Fall verarbeiten müssen und dazu alleine nicht in der Lage sind.

«Häufig sind KIDler auch dabei, wenn Polizeibeamte eine Todesnachricht an Angehörige überbringen müssen», berichtet Rettungsdienst-Experte Güthler. Dies sei natürlich für die Polizei dann eine gewisse Entlastung.

Bei der Bergwacht gibt es einen KID, bestehend aus psychologisch geschulten und besonders erfahrenen Bergwacht-Männern. Diese kümmern sich vor allem auch um Angehörige oder Bergfreunde eines Verunglückten, die unmittelbar am Unfallort im Gebirge anwesend sind.

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