Natur
Vogelfütterung im Allgäuer Winter: Was muss beachtet werden?

Feldsperlinge und Grünfinken holen sich Nahrung an einer Futtersäule.
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  • Feldsperlinge und Grünfinken holen sich Nahrung an einer Futtersäule.
  • Foto: Ingo Rittscher
  • hochgeladen von Viktor Graf

Der diesjährige Winter fällt momentan noch sehr mild aus, jedoch sinken die Temperaturen immer weiter. Viele Tierfreunde greifen, wenn es kühler wird, schnell zu Meisenknödeln und ähnlichem Futter für Vögel. Allerdings gibt es einige Regeln, die man bei der Fütterung der Tiere berücksichtigen sollte. Thomas Blodau, Kreisvorsitzender des Landesbundes für Vogelschutz (LBV) Kempten - Oberallgäu,  gibt Ratschläge und Hinweise.

Grundsätzlich bereitet die Vogelfütterung dem Menschen viel Freude und erzeugt ein nachweisliches Wohlbefinden. Vor allem Kinder erhalten so häufig erstmalig Kontakt mit der Natur und können ihr Wissen in der Artenkenntnis vertiefen. 

Vogelliebhaber sollten beim Kauf eines Vogelhauses im Super- und Baumarkt stets darauf achten, dass das Futter nicht lose ausgeschüttet wird. Die Tiere können die Nahrung mit ihrem Kot verunreinigen und so werden Krankheiten schneller und leichter übertragen. Die Nahrung sollte im Vogelhaus, als auch im Futtersilo stets trocken bleiben. Wer sich entscheidet, ein Futtersilo oder Vogelhäuschen selbst zu bauen, findet einen Bauplan für artgerechte Futtersilos beim LBV Kempten - Oberallgäu.

Futtersilos und Futtersäulen sollten immer komplett befüllt werden. Die Vögel gewöhnen sich schnell an die neue Futterstelle und gerade nach kalten Winternächten sind sie auf schnell verfügbares Essen angewiesen. Die Futterstationen sollten immer direkt nachgefüllt werden, wenn sich das Futter langsam den Ende neigt.

Die Reinigung von Futtersilos und Futtersäulen erfolgt im Regelfall unproblematisch vor und nach der Winterfuttersaision. Einfach mit heißem Wasser ausspülen und auf Chemikalien und Reinigungsmittel verzichten. Falls während der Winterfuttersaison eine starke Verunreinigung der Futterstelle auftritt und sich Schimmel gebildet hat, sollte das verbleibende Futter entsorgt werden und die Futterstelle gereinigt werden.

Bei der Wahl des Futters gibt es spezielle Futtermischungen mit verschiedenen Samen und Erdnussbruch zum Befüllen der Futtersilos. Diese sind auf die Bedürfnisse und Ernährungsgewohnheiten der Tiere abgestimmt und können im Zoofachhandel oder  beim LBV erworben werden. Die Wahl des Futters sollte mit Sorgfalt erfolgen, da billige Produkte oftmals viele Abfall- oder Zusatzstoffe enthalten, die den Energiebedarf der Vögel nur unzureichend decken.  Thomas Blodau warnt auch davor, die Tiere mit Küchenabfällen oder Brot zu füttern. Menschliche Ernährung ist für Vögel nur bedingt geeignet.

Der Futterplatz für die Vögel sollte an einem frei einsehbaren Ort angebracht werden und sich mindestens 3-4 Meter von Sträuchern entfernt befinden, damit man natürliche Feinde, zum Beispiel Katzen, rechtzeitig entdeckt.

Ein naturnaher Garten mit heimischen Gehölzen wie Schlehe, Weißdorn, Haselnuss und Eberesche bietet den Vögeln Nahrung und Brutplätze. Zusätzlich profitieren auch viele Insekten von blühenden und fruchttragenden Hecken. Die in Laub- oder Reisighaufen lebenden Kleintiere können den Vögeln im Winter auch als Nahrung dienen.

Da sich innerhalb der letzten zehn bis fünfzehn Jahren die Lebensbedingungen für unsere heimischen Vögel verschlechtert haben, ist eine unterstützende Fütterung der Tiere sehr sinnvoll. Das gilt auch im Frühjahr und Sommer. Die Tiere werden bei der Nahrungsaufnahme unterstützt und es wirkt dem Vogelschwund im Allgäu entgegen. 

In unserem Podcast zum Thema Vogelschwund hat uns Thomas Blodau, Kreisgruppenvorsitzender des Landesbundes für Vogelschutz (LBV) Kempten-Oberallgäu erklärt, warum das auch im Allgäu ein Problem ist.

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