Ungebetener Gast
Vogel in Turbine: Airbus bricht Start am Memminger Flughafen ab

Ein Vogel ist am Sonntagnachmittag während des Starts am Allgäu Airport in das Triebwerk eines Airbus A320 geflogen. <%IMG id='1611518' title='Wizz Air '%>

Der Pilot brach daraufhin das Manöver ab. Die Maschine war dann nicht mehr flugfähig und alle 143 Passagiere mussten wieder aussteigen. Verletzt wurde niemand.

Sogenannte Vogelschläge sind im Luftverkehr nicht so selten. 'Im vergangenen Jahr hatten wir acht, heuer schon zehn Vogelschläge', sagt Marina Siladji, Pressesprecherin des Memminger Flughafens. Aber einen Vogelschlag mit Startabbruch habe es an dem Airport bisher noch nie gegeben. Zumeist ereigneten sich solche Kollisionen nicht beim Start, sondern bei der Landung, sagt die Flughafensprecherin.

In der Beschleunigungsphase

Der Vorfall ereignete sich am Sonntag gegen 15.50 Uhr. Der Airbus der Fluglinie Wizz Air war auf die Startbahn gefahren und hatte bereits beschleunigt, um die nötige Geschwindigkeit zum Abheben zu erreichen. Plötzlich kollidierte ein Vogel mit dem rechten Triebwerk.

Der Pilot hatte den Zusammenstoß mitbekommen. Sofort brach er das Startmanöver ab – noch bevor das Flugzeug abgehoben hatte. 'Das musste er auch tun, so lauten die Vorschriften beim Vogelschlag', sagt Siladji. Dann fuhr er den Airbus zum Rollfeld zurück. Die 143 Passagiere, die ins bulgarische Sofia reisen wollten, mussten wieder aussteigen und kehrten in den Terminal zurück.

Über 10.000 Euro Schaden

Wie sich inzwischen herausgestellt hat, hatte das Tier tatsächlich einen Schaden am Triebwerk verursacht. Die Polizei beziffert diesen auf über 10.000 Euro. 'Wir wissen noch nicht genau, was für ein Vogel in das Triebwerk geraten ist.' Solche Schäden würden aber eher von größeren Arten verursacht, beispielsweise Turmfalken oder Mäusebussarden. Der Fall werde nun untersucht.

Die Maschine wird repariert. Wizz Air habe dann relativ rasch eine Ersatzmaschine vom Heimatflughafen Budapest ins Allgäu geschickt, sagt Siladji. Diese landete gegen 20:30 Uhr in Memmingerberg und startete 21:20 Uhr in Richtung Sofia. Eine Gefährdung der Fluggäste bestand nach Auskunft der zuständigen Flugsicherungsstelle zu keinem Zeitpunkt.

Ein Vogelschlag war Anfang September beispielsweise der Grund für den Triebwerksbrand bei einer Germania-Maschine gewesen. Kurz nach dem Start in Bremen war ein Flugzeug mit 113 Passagieren an Bord umgekehrt, weil eine Stichflamme aus einem der beiden Triebwerke kam. Aber auch in diesem Fall wurde niemand verletzt.

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