Kempten
Viel Show und wenig Seele

Vielleicht ist es eine Frage der inneren Einstellung, wenn es darum geht, das Gastspiel der Produktion «The very best of black Gospel» zu beurteilen. Wer sich auf Gospels in modernem Gewand und flottem Tempo gefreut hatte, war begeistert. Wer erwartete, dass die vorgetragenen Stücke aufgrund ihres meist christlichen Hintergrundes zudem noch eine Seele haben, sah sich aber enttäuscht. <%IMG ID='405043' align='right'%>

Natürlich ist die Kemptener Big Box eine Veranstaltungshalle und kein Gotteshaus. Da durften die ausgewählten Lieder ruhig auch etwas unkonventioneller vorgetragen werden als in einer Kirche. Aber aus dem ursprünglich eher getragenen «Amen» ein Lied in gehobener Mitklatsch-Geschwindigkeit zu machen, ist schon mutig. Dem Publikum dabei auch noch mit einem an ein x-beliebiges Rockkonzert erinnernden «gebt mir ein A» einzuheizen, ging dann einen Schritt zu weit. Zumal diese Art der Effekthascherei zu oft eingesetzt wurde.

Ähnlich schmal war der Grat, auf dem die Produktion wandelte, durch den Einsatz von gleich zwei Schlagzeugern. So geht es bei «Joshua fit the battle» schließlich darum, Mauern einzureißen. Da ist der kräftige Einsatz der beiden Musiker an ihren Trommeln durchaus passend zum Hintergrund des Stücks.

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Aber ob «Oh happy day» nun wirklich das perfekte Lied für einen Wettstreit zwischen den Becken des Schlagzeugs und den Stimmen der Sänger war? Wohl kaum. Vor allem, da es dem Ensemble an einer sonoren Bassstimme fehlte, um den Gesamtklang harmonisch abzurunden. Dennoch lag es nicht an den einzelnen Stimmen, dass das Konzert zu einem Wechselbad der Gefühle wurde. Ihr großes Einzelkönnen zeigten die Sänger bei jenen beiden Liedern, die sie a cappella vortrugen: Differenziert, sauber intoniert und ein kleines Stückchen Seele war auch zu spüren.

Doch oft wäre ein kleines bisschen weniger Show deutlich mehr Inhalt gewesen.

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