Über 10000 Tonnen Salz auf Straßen

Allgäu (mun). - Sie müssen zu nächtlicher Stunde aus den Federn und werden 'Späher' genannt: Die Rede ist nicht etwa von Soldaten an der Front oder bei einer Übung - es geht um die Mitarbeiter der Straßenmeistereien: Jeweils morgens gegen zwei Uhr macht sich während der kalten Jahreszeit je ein Mitarbeiter der Dienststellen in Kempten, Sonthofen, Marktoberdorf und Lindenberg auf die Socken und begutachtet den Straßenzustand. 'Die kennen in ihren Arbeitsgebieten genau die neuralgischen Punkte und wissen, wo es am schnellsten gefährlich werden kann', schildert Bruno Fischle, Chef Straßenbauamts in Kempten. Die Behörde ist mit Ausnahme des Unterallgäus für die gesamte Region zuständig. Falls es massiv glatt ist - wie beispielsweise am gestrigen oder heutigen Morgen, sind ab etwa drei, spätestens um vier Uhr die Streu- und Räumfahrzeuge unterwegs - im Extremfall bis in die kommende Nacht hinein. Das Straßenbauamt mit den vier Straßenmeistereien in Kempten, Sonthofen, Marktoberdorf und Lindenberg unterhält 28 eigene Streu- und Räumfahrzeuge, weitere 39 sind von Privatfirmen angemietet. Zuständig ist das Amt für ein insgesamt 950 Kilometer großes Netz von Bundes-, Staats-, und Kreisstraßen zuzüglich etwa 100 Kilometern Geh- und Radwege. Hinzu kommen noch mehrere hundert Kilometer Gemeindestraßen, die in der Regie der Kommunen geräumt werden müssen.

Das Straßenbauamt muss die geräumten und gestreuten Straßenkilometer mit den jeweiligen 'Aufwandsträgern' - also dem Bund, dem Freistaat und den Landkreisen - abrechnen. Derzeit notieren die Schneepflug-Fahrer die Anzahl der gefahrenen Kilometer noch auf Papier-Formularen. Ein automatisches, computergesteuertes Erfassungssystem soll nach Angaben Fischles diese Notizen schon bald überflüssig machen. Drei Allgäuer Hauptrouten werden laut Straßenbauamt - so wie die Autobahnen - bei Bedarf rund um die Uhr geräumt. Dies sind nach Angaben der Behörde: Die B19 von der Walserschanze im Kleinwalsertal über Oberstdorf-Kempten bis hin - über die B12 - nach Buchloe - also die wichtigste Nord-Süd-Verbindung außer der A7 Die A7-Ableitungsstrecke vom jetzigen Autobahnende bei Nesselwang bis zum Grenztunnel bei Füssen Die B 31 Friedrichshafen-Lindau von der bayerischen Grenze bis auf die A 96 Memmingen-Lindau. Je nach Verlauf des Winters ist die Größe der vom Kemptener Straßenbauamt insgesamt ausgebrachten Salzberge sehr unterschiedlich. So waren es nach Angaben Fischeles im extrem schneereichen 'Lawinenwinter' 1998/99 rund 18000 Tonnen Salz, im Winter 2000/01 nur 7400 Tonnen. In den beiden vergangenen Wintern wurden jeweils rund 10000 Tonnen Salz gestreut, was in etwa dem langjährigen Durchschnitt entspricht. In diesem Winter hat das Straßenbauamt nach einem ersten Überblick bisher etwa 5000 Tonnen verbraucht.

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