TV-Wetterfrosch und die Flutprognosen

Kempten (mun). Fernseh-Wetterfrosch Jörg Kachelmann (45) hat gestern der Hochwasserzentrale im Kemptener Wasserwirtschaftsamt einen Besuch abgestattet. Er habe sich vor Ort über die Arbeitsweise der Fachbehörde informieren wollen, sagte Kachelmann nach dem Besuch. Die Vorhersagezentrale in Kempten ist unter anderem für die Flussläufe Iller, Lech und Wertach bis zu deren Mündung zuständig. Neben einem engmaschigen Niederschlags-Messnetz ist für die Hochwasserprognose vor allem der Wetterbericht wichtig - genauer gesagt die möglichst treffsichere Vorhersage der Niederschlagsmengen im Einzugsbereich der Flüsse. 'Je besser diese Prognosen sind, desto genauer kann ein Hochwasser vorhergesagt werden', sagt Wasserwirtschaftsamts-Chef Hans-Joachim Weirather. Während früher die Hochwasser-Vorhersage bayernweit zentral organisiert war, erstellen inzwischen verschiedene Wasserwirtschaftsämter vor Ort die Prognosen für bestimmte Flusslauf-Systeme. Eine solche regionale Struktur sei effektiver, meinte Kachelmann: 'Einerseits können so örtliche Kenntnisse in die Prognosen mit einfließen und andererseits hat eine regionale Vorhersagezentrale die Arbeit direkt vor betroffenen Menschen zu verantworten'.

Die Arbeit 'der Kollegen' im Kemptener Wasserwirtschaftsamt habe ihn überzeugt, betonte Kachelmann. Für eine gute Wetterprognose braucht man nach Ansicht des bekannten Fernseh-Wettermanns nicht nur gute und motivierte Meteorologen, sondern auch die Daten eines möglichst engen Messnetzes und gute Computer-Rechenmodelle. In Zusammenarbeit mit regionalen Partnern hat Kachelmanns Firma Meteomedia in Deutschland ein Netz von rund 450 Beobachtungsstationen aufgebaut - unter anderem auf dem Nebelhorn, in Oberstdorf-Einödsbach, im Ostallgäuer Hopfen und in Bad Wörishofen. Erst vor einigen Tagen ist eine neue Station in Isny in Betrieb gegangen. Meteomedia verfügt allein in der Region über 15 solcher Wetterstationen. Um genauere Wetterprognosen machen zu können, bräuchte man laut Kachelmann mehr Beobachtungsstationen draußen auf dem Atlantik, der als Wetterküche für Mitteleuropa gilt. Vorhersagen über mehr als drei Tage seien zumeist mit großen Unsicherheiten behaftet. Deshalb seien Wochenprognosen in den allermeisten Fällen auch völlig unbrauchbar. Als 'völligen Unsinn' bezeichnete er die Bio-Wetterberichte, die einen Zusammenhang zwischen Krankheiten und Wetter herstellen.

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