Woringen
«Team Familie schlägt Team Einbrecher»

Sie sind ein wirklich gutes Team: Gerade hat Harald Jahnel aus Woringen (Unterallgäu) mit seinen Töchtern Manja (11) und Stefanie (8) die Hausaufgaben gemacht. Er hat bei kniffligen Aufgaben Tipps gegeben und Lösungen kontrolliert. Die Bücher liegen noch auf dem Tisch. Nun sitzen sie zusammen bei einer Tasse Kaffee und Kakao und erzählen eine Geschichte, die zeigt, dass sie auch in brenzligen Situationen richtig gut zusammen helfen. Denn gemeinsam hat Familie Jahnel einen Einbrecher dingfest gemacht.

Es war ein ganz gewöhnlicher Wochentag. Da Harald Jahnel normalerweise um drei Uhr raus muss - er arbeitet beim Winterdienst - ist er auch in dieser Nacht schon früh wach. Es ist gegen vier Uhr, als er im unteren Stockwerk Geräusche hört. «Ich dachte zuerst es sei meine Frau, die mit dem Hund rausgeht», erzählt Jahnel. Schon von der Treppe aus sieht er das flackernde Licht einer Taschenlampe. Als er dann das Wohnzimmer betritt - der Schock. Zwischen Sofa und Fernseher, direkt vor dem geschmückten Christbaum stehen zwei dunkel gekleidete Männer. «Ich habe sofort angefangen zu schreien», erinnert sich der Familienvater. Mit kräftiger Stimme brüllt er durchs Treppenhaus: «Ruft die Polizei!» Ganz laut. Inzwischen ist Tochter Manja von dem Krach wach geworden. Noch etwas schlaftrunken wählt sie die Nummer der Polizei. «Ich habe der Frau am Telefon gesagt, dass wir Einbrecher im Haus haben», erzählt Manja.

Ins Gesicht geschlagen

Derweil kämpft ihr Vater im Wohnzimmer mit den zwei Männern, die sich sofort auf ihn gestürzt haben. Noch heute ist sein linkes Auge leicht gerötet. «Die haben mir richtig ins Gesicht geschlagen», erzählt er. Dann sei einer der beiden an ihm vorbei gerannt. «Den anderen habe ich in den Schwitzkasten genommen», erzählt Jahnel. Bis die Polizei eintrifft, lässt der Familienvater den Eindringling nicht mehr aus den Augen. «Ich würde mal sagen, Team Familie schlägt Team Einbrecher», lacht Jahnel heute.

Später stellt sich heraus, die zwei Männer sind über die unverschlossene Kellertür ins Haus gelangt. «Wir holen dort immer Holz herein, die Tür ist oft nicht versperrt.» Seit dieser Nacht hat sich das geändert.

Verschiedene Fernseh- und Radiosender haben kurz nach dieser Nacht angeklopft und wollten die Geschichte über den mutigen Einsatz des Familienvaters Harald Jahnel und seiner Familie hören. Der Medienrummel habe ihn schon etwas überrascht, doch routiniert und geduldig erzählt Harald Jahnel seine Geschichte. Immer wieder. Es scheint, als könnten sogar die Töchter sämtliche Episoden auswendig. «Die Polizei hat uns geraten offen damit umzugehen», sagt Jahnel. Doch nun sind alle froh, wenn wieder etwas Ruhe und Alltag in die Familie einkehrt - und sich die Arbeit als Team auf Dinge wie Hausaufgaben machen konzentriert.

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