Student und Spitzensportler

Von unserem Mitarbeiter Roland Wiedemann, Kempten - Michael Layer ist ein intelligenter junger Mensch. Er studiert Wirtschaftsingenieurwesen mit Schwerpunkt Maschinenbau an der Fachhochschule Kempten - beileibe kein einfacher Studiengang. Der Bursche muss etwas im Kopf haben. Aber wenn es beim Snowboardcross Mann gegen Mann geht, passieren Michael Layer schon mal Dinge, die der Bundestrainer Uwe Beier als 'unklug' bezeichnet. Zum Beispiel beim Weltcup-Finale in Italien: Da ist der 25-Jährige als Zweitplatzierter auf bestem Wege, das Halbfinale zu erreichen - die beiden Ersten eines jeden Laufs sind eine Runde weiter -, aber dann versucht er zu allem Überfluss auch noch den Führenden zu überholen. Michael Layer stürzt und scheidet aus. Einem Klassemann wie ihm darf so etwas nicht passieren, weiß der Student aus Oberstenfeld bei Ludwigsburg. 'Oft überschätze ich mich. Ich meine dann, ich müsste noch schneller fahren, um weiter zu kommen, was aber nicht nötig wäre', lautet Michael Layers ungewöhnliche Erklärung für seine taktischen Fehler. Dass er ein Topfahrer ist, beweist unter anderem sein achter Platz in der Weltcup-Gesamtwertung. Der Snowboardcross-Spezialist, der auch Slalom-Rennen fährt, war damit bester Deutscher im Weltcup-Endklassement. Und im nächsten Winter will er noch einen Schritt weiter nach vorne machen. Die Voraussetzungen dafür sind günstig. Obwohl Michael Layer studiert, kann er sich im Winter voll und ganz auf seinen Sport konzentrieren. Möglich ist das, weil sich die FH Kempten am Projekt 'Partnerhochschule des Spitzensports' beteiligt (siehe Wortweiser). So ist Michael Layer teilweise von der Anwesenheitspflicht bei Vorlesungen befreit. Und Prüfungen, die seine Kommilitonen schreiben, während er in Kanada, Amerika, Japan oder sonstwo bei Weltcup-Rennen startet, kann er später nachholen. 'Das ist eine Supersache', meint Layer. Der gelernte Energie-Elektroniker ist 'heilfroh', nicht wie zuerst geplant in Zitat Snowboardcross bedeutet Nervenkitzel pur. Eine Klausur zu schreiben, ist da weitaus weniger aufregend.} Michael Layer, Student und aktiver Snowboarder München sein Studium begonnen zu haben. Nicht nur, weil die Lebenshaltungskosten in der Landeshauptstadt um ein Vielfaches höher sind als im Allgäu. 'Ich bin kein Großstadttyp. Hier in Kempten ist alles überschaubarer, gemütlicher', fügt Michael Layer hinzu. Dennoch ist er im Winter ein seltener Gast in Kempten. So selten, dass er zwischenzeitlich sein Zimmer aufgab. 'Das rentierte sich einfach nicht mehr', meint der Schwabe. Wenn er zwischen den Weltcup-Rennen doch mal Zeit für einen Abstecher ins Allgäu gefunden hat, übernachtete er bei Studienfreunden oder bei Sven Unger, seinem Teamkollegen aus der Snowboard-Nationalmannschaft.

Wieder eine feste Bleibe Mittlerweile hat Michael Layer im Kemptener Studentenwohnheim wieder eine feste Bleibe gefunden. Das Sommersemester 2004 startete am 15. März. Der Weltklasse-Snowboarder ist seit Ende März regelmäßiger Gast in den Hörsälen der FH Kempten - nach einem Jahr Abstinenz. Im vergangenen Sommer hatte sich Michael Layer für ein Auslandssemester auf Bali entschieden. 'Die fremde Kultur, die Mentalität der Leute - das war nicht nur in fachlicher Hinsicht sehr interessant', erklärt Michael Layer. Und als begeisterter Surfer konnte er auch die vorlesungsfreie Zeit auf Bali prima nutzen. 'Aber die Trainer fanden das nicht so toll', gesteht Layer. Er verpasste einige Lehrgänge im Sommer. Das soll heuer nicht mehr vorkommen. Immerhin läuft schon der Countdown für die Olympischen Spiele 2006 in Turin. Layer: 'Da will ich unbedingt dabei sein.'

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