Spritpreise erreichen Ostern Rekordhöhe

Allgäu (dam). - Wenige Tage vor den Osterfeiertagen haben die Spritpreise auch in der Region wieder deutlich angezogen. So kostet der Liter Normalbenzin derzeit im Allgäu durchschnittlich etwa 1,09 Euro (statt zuvor 1,05 Euro). Der ADAC wirft Mineralölkonzernen in diesem Zusammenhang vor, die Preise jährlich ganz gezielt vor Ostern zu erhöhen, um von der Urlauber-Reisewelle zu profitieren. Derartige Kritik weist der Chef der Kemptener Präg-Mineralöl Gmb H, Gerd Deisenhofer, zurück. Die Veteuerung des Sprits hänge ausschließlich mit den gestiegenen Rohölpreisen zusammen. 'Diese Oster-Klage-Arie ist nichts Neues', sagt der Präg-Chef, Gerd Deisenhofer, dessen Kemptener Firma in Süddeutschland, sowie in Thüringen und Sachsen 105 Tankstellen betreibt. Es gebe keinerlei Zusammenhang zwischen den gestiegenen Spritpreisen und dem Oster-Reiseverkehr. Laut Deisenhofer liegt der Haupt-Grund für die deutschlandweite Sprit-Verteuerung in den hohen Preisen für Rohöl. Ein Barrel (159 Liter) kostet derzeit etwa 32 Dollar (vor wenigen Wochen noch rund 24 Dollar). Verantwortlich hierfür: Die Lagerbestände in den USA seien niedrig und müssten mit Produkten aus Europa aufgefüllt werden, was die Preise hier steigen lasse. Dieses Kaufverhalten der Amerikaner wiederhole sich seit mehreren Jahren im Frühjahr - mit entsprechenden Konsequenzen für die Spritpreise in Deutschland. Diese Begründung will der Referent für Verkehrspolitik beim ADAC, Jürgen Albrecht, nicht gelten lassen. 'Es gibt nach unseren Erkentnissen einen eindeutigen Zusammenhang zwischen der Erhöhung der Spritpreise und dem Osterreiseverkehr', sagt Albrecht. 'Die Mineralölkonzerne wollen mit der Reisewelle Extra-Geld verdienen.' Zwar seien die Spritpreise deutschlandweit in den vergangenen Tagen im Schnitt wieder um ein bis zwei Cent gesunken, aber eine erneute Erhöhung zu den Osterfeiertagen will Albrecht dennoch nicht ausschließen.

Probleme in Grenznähe Von der Oster-Reisewelle profitieren Allgäuer Tankstellenpächter in den grenznahen Gebieten vermutlich dennoch nicht so stark wie anderswo. Das Preisgefälle zu Österreich ist noch immer beträchtlich (obwohl sich auch hier Benzin in den vergangenen Tagen verteuerte). Und so werden viele Urlauber nicht im Allgäu, sondern im benachbarten Tirol oder Vorarlberg tanken. 'Das ist doch die eigentliche Sauerei', schimpft ein Allgäuer aus dem Tankstellengewerbe. 'Ob das Benzin vor Ostern ein oder zwei Cent teurer ist, macht für Verbraucher aufs Jahr gerechnet nicht viel aus. Aber durch die hohe Besteuerung des deutschen Sprits werden in der Region möglicherweise Arbeitsplätze vernichtet.'

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