Marktoberdorf / Allgäu
Selbstverteidigung als Kunst

Bitte nicht nachmachen! Wer sich als Normalsterblicher am berüchtigten «Scorpion-Kick» von Cloe Bruce versucht, landet garantiert beim Chiropraktiker. Der akrobatische, senkrechte Kampfkunst-Spagat auf einem Bein (mit waagerecht nach vorn gerichteten Oberkörper) ist die Spezialität der jungen Engländerin - und allein schon Grund genug für den Besuch der Kampfkunst-Gala 2010.

Doch der Auftritt der Karate-Königin war nur einer von vielen Höhepunkten der mehrstündigen Selbstverteidigungs-Show im (mit über 800 Gästen ausverkauften) Marktoberdorfer «Modeon».

  Für die vierte Auflage der Kampfkunst-Gala hatte Taekwando-Legende Georg Streif nicht nur ein beeindruckendes Aufgebot an Olympiateilnehmern, Welt,- Europa,- und nationalen Meistern verpflichtet, sondern auch einen Vergleichskampf gegen ein Universitäts-Team aus Korea organisiert. Dass die bayerische Auswahl am Ende mit 4:2 Kämpfen vorn lag, kam auch für manchen Kenner der Szene überraschend, schließlich gilt Korea als Heimat der traditionsreichen Teakwondo-Sportarten.

Eine Premiere mit kleinen Pannen feierte beim Ländervergleichskampf das neue, elektronische Treffer-Auswertungssystem für die Vollkontakt-Kämpfer: Ähnlich wie beim Fechten registrieren Sensoren auf der Weste dabei Hand- und Fußtreffer des Gegners - wenn alles funktioniert.

Akrobatische Einlagen

Schon vor den Kämpfen hatten sich die Athleten aus Korea mit akrobatischen Einlagen Eindruck verschafft: Mit unbändiger Schlagkraft machten die hageren, aber extrem durchtrainierten Burschen richtig viel Brennholz auf der Bühne und zerlegten danach etliche Äpfel noch im Flug in kleine Stücke. Da staunten auch die Nachwuchssportler der Taekwondo-Gemeinschaft Allgäu nicht schlecht, die selbst mit Showeinlagen an der Gala mitwirkten. Noch schneller als die Ehrengäste aus Korea war nur Michael Möller.

Die rasenden Schlagfolgen des Weltmeisters im Freestyle Kung Fu sind mit bloßem Auge schlicht nicht zu erfassen.

Verbindung von Körper und Geist

Wie wichtig die Verbindung von Körper und Geist ist, demonstrierte dafür eine junge Shaolin-Kungfu-Gruppe aus Italien. Stilistisch vielleicht nicht so schön, aber mindestens genauso effektiv: Die Griffe der Anti-Terror-Gruppe ATK Erkheim-Memmingen und die klassischen Karate-Abwehrtechniken, die das MKT (Marktoberdorfer Karate) vorführten. Dass auch die Jungs vom Boxclub Kaufbeuren Einblick in eine verschärfte Trainingseinheit gaben, entspricht dem Konzept der Gala: «Wir wollen die Vielfalt im Kampfsport zeigen», hatte Organisator Georg Streif unmittelbar vor dem Start der Sportshow betont: Nach dem donnernden Schlussapplaus im Modeon steht fest: Das Ziel wurde mehr als erreicht.

Vom Wettkampf der bayerischen Auswahl gegen ein Universitätsteam aus Korea folgt ein weiterer Bericht.

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